Großbritannien : Sir Edward Heath gestorben

Der ehemalige britische Premierminister Edward Heath ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren gestorben. Heath galt bis zuletzt als überzeugter Europäer.

London (17.07.2005, 22:57 Uhr) - Er sei friedlich in seinem Haus in der englischen Stadt Salisbury an Altersschwäche gestorben, teilte ein Sprecher des konservativen Politikers mit. Heath war von 1970 bis 1974 Premierminister und führte Großbritannien während dieser Zeit in die Europäische Gemeinschaft. Bis zuletzt blieb er ein überzeugter Europäer und forderte einen raschen Beitritt seines Landes zur Währungsunion.

1974 verlor er die Unterhauswahl knapp gegen seinen Labour- Kontrahenten Harold Wilson, und im darauf folgenden Jahr wurde er auch als Parteichef der Konservativen abgewählt. Seine Nachfolgerin Margaret Thatcher stand für eine völlig andere Politik, deren oberstes Ziel die Wiederbelebung der britischen Wirtschaft war. Heath hat mit ihr jahrzehntelang kein Wort gesprochen.

Wie andere Vertreter seiner Generation begründete Heath sein politisches Engagement mit seinen Erfahrungen an der Front im Zweiten Weltkrieg. Bereits 1950 wurde der Sohn eines Bauunternehmers ins Unterhaus gewählt. Mehr als ein halbes Jahrhundert später - im Herbst 2001 - zog er sich als dienstältester Abgeordneter («Vater des Unterhauses») aus dem Parlament zurück.

Seine Amtszeit als Premierminister gilt - abgesehen von dem historischen Schritt nach Europa - als eher glücklos. Innenpolitisch hatte Heath, seit 1965 Vorsitzender der Konservativen, mit der Zuspitzung der Unruhen in Nordirland und wachsenden wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

1990 machte Heath noch einmal Schlagzeilen, als er nach Bagdad flog, um dort bei Saddam Hussein - mit Erfolg - über die Freilassung westlicher Geiseln zu verhandeln. Zwei Jahrzehnte zuvor war er als einer der ersten westlichen Politiker zu einem Treffen mit Mao Tsetung nach China gereist. (tso)

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