Politik : Grüne bezeichnen den EU-Beschluss als skandalös und unzureichend

Verbraucherorganisationen und die Grünen im Europäischen Parlament haben die Entscheidung der EU zur Kennzeichnung von Gen-Lebensmitteln als skandalös und unzureichend kritisiert. Die Grüne-Abgeordnete Hiltrud Breyer erklärte am Freitag in Brüssel, der Beschluss sei eine "Beleidigung der Verbraucher", weil diese nicht klar erkennen könnten, ob ein Produkt Gen-Lebensmittel enthalte oder nicht.

Lebensmittelexperten aus den 15 EU-Ländern hatten sich zuvor dafür ausgesprochen, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel entsprechende Kennzeichnungen tragen müssten, wenn einzelne Zutaten auf Basis von Mais und Sojabohnen einen Anteil von mehr als einem Prozent Gen-Materialien enthalten.

Liegt etwa bei einer Tiefkühlpizza eine der Zutaten über dieser Schwelle, muss das Produkt nun als Gen-Lebensmittel gekennzeichnet werden. Bio-Lebensmittel können aber auch nach der Entscheidung im Gegenzug nicht als "Gen-frei" verkauft werden. Denn die Kommission arbeitet in einem zweiten Schritt an Plänen, nach welchen Kriterien eine solche Kennzeichnung zugelassen werden soll.

Eine Sprecherin der europäischen Verbraucherorganisation Beuc sagte, einige Lebensmittelkonzerne arbeiteten gezielt mit Zutaten, deren Anteil unter der Ein-Prozent-Schwelle liege, um die Lebensmittel nicht kennzeichnen zu müssen, obwohl sie Gen-Produkte enthielten. Die Verbraucherorganisation sei dafür eingetreten, dass Gen-Lebensmittel genauer gekennzeichnet werden müssen. Breyer erklärte, der Schwellenwert sei viel zu hoch.

In einem weiteren Schritt sollen die 15 EU-Staaten am 29. Oktober darüber abstimmen, ob sie drei gentechnisch veränderte Organismen in der Europäischen Union (EU) zulassen wollen. Dabei geht es um gentechnisch veränderte Pflanzen für Viehfutter der Firmen Monsanto Co und Agrevo. Im Juni hatte die Mehrheit der EU-Staaten erklärt, sie wollten keine neuen Zulassungen erteilen, bis die EU ihr Zulassungssystem für Gen-Produkte modernisiert habe.

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