Politik : Grüne für radikale Wende in Klimapolitik

Sarah Kramer

Berlin - Mehrere Grünen-Abgeordnete haben gefordert, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in Deutschland und der Welt künftig auf null zurückzufahren. Angesichts des Klimawandels und seiner sichtbaren negativen Konsequenzen sei diese „Null-Emissionsstrategie“ unabdingbar. So steht es in einem Papier aus der Grünen-Fraktion, das dem Tagesspiegel vorliegt. Das Dokument soll eine parteiinterne Diskussion über eine radikale Umkehr in der Umweltpolitik anstoßen.

„Da heute schon die Atmosphäre mit CO2 und anderen Klimagasen überlastet ist, müssen alle Klimagasemissionen gestoppt werden“, heißt es in dem 13 Seiten starken Papier. Eine Politik der Emissionsreduktion nach dem Kyoto-Protokoll gehe nicht weit genug. Ziel müsse die Beendigung der Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle sein. Stattdessen sollten die Menschen auf alternative Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser, Pflanzen sowie auf Erdwärme zurückgreifen.

Mit Blick auf die Erderwärmung plädieren die Autoren auf CO2-freie Kohlekraftwerke. Anlagen, die sich bereits im Bau befänden, müssten nachgerüstet werden. „Dafür brauchen wir gesetzliche Normen“, sagt einer der Verfasser, Hans-Josef Fell. Neue Investitionen müssten zudem „vollständig auf erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe in der Chemie gelenkt“ werden.

„In diesem Bereich gibt es in Deutschland noch viel unerschlossenes Potenzial“, sagte Fell. Energie aus Meeresströmungen oder der sogenannten Salzkraft bleibe derzeit weitgehend ungenutzt. Bei Letzterer wird durch die Druckunterschiede von Süß- und Salzwasser Energie erzeugt. So könne beispielsweise an der Rhonemündung Strom für rund eine Million Menschen produziert werden. Aber auch aus anderen Gründen könnte eine energiepolitische Umkehr für die Gesellschaft lukrativ sein: Das Papier nennt Energieversorgungssicherheit, bezahlbare Strompreise, Frieden und neue Arbeitsplätze.

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