Grüner Klimafonds : Es geht ums Geld

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Vor einem guten Monat hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, ein Dokument entgegengenommen, das der äthiopische Premierminister Meles Zenawi und der frühere britische Premierminister Gordon Brown erarbeitet haben. Darin wird nach Finanzquellen für den nun beim Weltklimagipfel in Cancun beschlossenen 100-Milliarden-Dollar-Fonds gefahndet. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Fonds nur mit einer Kombination öffentlicher und privater Mittel zu füllen sein dürfte. Industrie- und Entwicklungsländer hegen traditionell ein grundsätzliches und begründetes Misstrauen, wenn es ums Geld geht. Die einen zahlen nie, was sie versprechen, die anderen geben das Geld nur selten für das aus, wofür sie es haben wollten. Ob der Grüne Klimafonds dieses Grundsatzproblem wird lösen können, ist offen. Jedenfalls wird er paritätisch besetzt, je zwölf Vertreter der Geber- und Nehmerseite.

Es gibt bereits eine Vielzahl von Klimafonds. Der wichtigste ist die Globale Umweltfaszilität (GEF). GEF wurde 1992 nach dem Erdgipfel in Rio gegründet, um Klimaschutz, die Rettung der Artenvielfalt und eine Eindämmung der Wüstenbildung zu finanzieren. Der Fonds wird von der Weltbank verwaltet. 2010 bis 2014 verfügt er lediglich über eine Summe von 4,25 Milliarden Dollar. Noch schwieriger ist die Lage des Anpassungsfonds, den das UN-Klimasekretariat verwaltet und in dem die Entwicklungsländer das Sagen haben. Ihm fließen Mittel zu, die als Steuer auf CO2-Zertifikate im sogenannten Clean Development Mechanism (CDM) erhoben werden. Im CDM können Firmen, die ihren CO2-Ausstoß verringern müssen, in saubere Energien in Entwicklungsländern investieren, um so Zertifikate zu erwerben. Gerade einmal 9,5 Millionen Dollar sind dem Fonds so zugeflossen.

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