Politik : Grüner Linkspfeil

Junge Politiker der Partei wollen schärferes Profil

Hans Monath

Berlin - Ein breites Bündnis jüngerer Grünen-Politiker erhebt den Anspruch, die Umweltpartei an einem neuen linken Leitbild auszurichten. Gleichzeitig wollen die jungen Grünen die SPD als programmatische Kraft der Aufklärung in der deutschen Politik ablösen. „Wir sind weiter als die SPD“, sagte der Kieler Umweltminister Klaus Müller, einer der Autoren des Papiers „Links Neu“, dem Tagesspiegel. Nach Meinung von Tarek Al-Wazir, Mitautor und Fraktionschef der Grünen in Hessen, ist es „dringend notwendig, dass wir der konservativen Dominanz in der öffentlichen Diskussion wieder etwas entgegensetzen“. Die Grünen müssten „die Vorreiterrolle für eine erneuerte Linke übernehmen“, sagte er.

Ausdrücklich distanzieren sich die Autoren von der traditionellen Linken, wenden sich gegen eine Ausrichtung der Grünen an wertkonservativen Zielen und gegen einen Pragmatismus ohne politische Linie. „Deutschland und Europa brauchen eine starke Linke – diese Linke wird es jedoch nur geben wenn sie sich von Grund auf erneuert“, heißt es in dem Papier. Sofern die Partei „die Orientierungsrolle einer erneuerten deutschen und europäischen Linken“ annehme, könne sie Stimmen aus bislang unerreichten linksliberalen Milieus, von progressiven Linken, von Nichtwählern und aus dem progressiven Bürgertum gewinnen.

Mit dem Papier der Gruppe „Realismus und Substanz“ legt die dritte Generation grüner Politiker erstmals ein eigenes Angebot für das Profil der Grünen in der Zukunft vor. Zu den Autoren gehören auch die vier Bundestagsabgeordneten Kerstin Andreae, Anna Lührmann, Alexander Bonde und Grietje Bettin.

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