Politik : Gysi: Pläne für Linkspartei ernst nehmen

Matthias Meisner

Berlin - Diese Bilder aus Leipzig, glaubt Gregor Gysi, wird die SPD so schnell nicht wieder los. Oskar Lafontaine umjubelt – das kommentiert der frühere PDS- Chef mit den Worten: „Zehntausende, die klatschen und jubeln, die kriegt Schröder momentan nicht auf die Straße.“ Das Interesse an einem Comeback von Lafontaine werde wachsen. Und Gysi hält es für gut möglich, dass der ehemalige SPD- Vorsitzende zur Führungsfigur einer neuen Linkspartei wird, wenn die SPD 2005 nach Wahlniederlagen in Serie auch noch bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen einbricht.

Seiner Partei rät Gysi im Gespräch mit dem Tagesspiegel, die Kooperation mit der neuen Linkspartei zu suchen – und jede Konfrontation zu vermeiden. „Vogel-Strauß-Politik hilft gar nichts“, antwortete er auf die Kritik von Parteifreunden, die eine Zusammenarbeit der Sozialisten mit der Linkspartei als „nicht hilfreich“ kritisiert hatten. Das Projekt einer neuen Linkspartei müsse man „ernst nehmen“. Brandenburgs PDS-Chef Ralf Christoffers hatte Gysis Werben um die Linkspartei mit den Worten kommentiert: „Das ist nicht das Signal, das wir jetzt brauchen.“ Die Bundestagsabgeordnete Petra Pau betonte in der „Berliner Zeitung“, sie könne nicht erkennen, „dass da etwas zusammenwächst“.

Anders Gysi, für den Chancen einer Linkspartei im Westen mit der Schwäche der PDS dort einhergehen. „Natürlich hat die PDS in den alten Bundesländern Oasen, doch von einer flächendeckenden Akzeptanz kann keine Rede sein. Für viele im Westen sind wir eine ausländische Partei mit einer falschen Vergangenheit.“ Das Interesse an linker Politik steige, doch im Westen sei die PDS „leider nur in sehr begrenztem Maße“ dazu in der Lage, dieses Potenzial für sich zu erschließen. Eine neue Linkspartei werde, erwartet Gysi, „zum großen Teil ähnliche Positionen wie die PDS“ vertreten.

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