Haderthauer-Nachfolge in Bayern : Marcel Huber wird neuer Staatskanzleichef

Zwei Tage nach dem Rücktritt von Christine Haderthauer als Staatskanzleichefin in Bayern steht die Nachfolge fest: Umweltminister Marcel Huber soll es machen.

Marcel Huber
Marcel HuberFoto: dpa

Der 56-jährige Umweltminister Marcel Huber (CSU) ist von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) als Nachfolger von Christine Haderthauer in die Bayerische Staatskanzlei ernannt. Das teilte die bayrische Staatskanzlei am Mittwoch mit. Huber hatte dieses Amt bereits 2011 ein halbes Jahr lang inne. Bei der letzten Landtagswahl in Bayern hatte Huber mit mehr als 63 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis Wahlkreis-Ergebnis erreicht.

Das freiwerdende Umweltministerium wird von der oberbayrischen Landtagsabgeordneten Ulrike Scharf übernommen. Die 46-jährige Betriebswirtin war von CSU-Chef Horst Seehofer 2011 ins Parteipräsidium geholt und zur Schatzmeisterin gemacht worden. Nun betraute sie Seehofer mit dem Ministeramt.

Weil Scharf im Gegensatz zu Huber dem Kabinett bisher nicht angehört, muss ihrer Berufung der Landtag zustimmen. Das ist angesichts der absoluten Mehrheit der CSU eine Formsache. Allerdings kann dies erst in der ersten regulären Plenarsitzung am 30. September erfolgen, oder möglicherweise in der von der Opposition für den 16. September beantragten Sondersitzung zum Fall Haderthauer. Bis zur Vereidigung werde Huber die Aufgaben des Umweltministers fortführen, hieß es.

Haderthauer war wegen der Modellauto-Affäre am Montagabend „mit sofortiger Wirkung“ zurückgetreten. Sie müsse sich nun auf die Klärung der aufgeworfenen Fragen konzentrieren. Außerdem begründete sie ihren Rücktritt damit, dass ihr Amt ansonsten von der Affäre komplett überlagert worden wäre. Ihr Landtagsmandat behält sie aber.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts gegen Haderthauer. Hintergrund ist eine Anzeige des früheren Mitgesellschafters der Firma Sapor Modelltechnik. Darin wirft der Geschäftsmann Roger Ponton Hubert und Christine Haderthauer vor, ihn um mehrere 10 000 Euro geprellt zu haben. Die Firma verkaufte teure Modellautos, die von Straftätern in der Psychiatrie gebaut wurden. (dpa)

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