Politik : Haider verliert bei Wählern: Die neue FPÖ-Chefin ist beliebter

Die neue FPÖ-Vorsitzende und österreichische Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer hat ihren Mentor und Vorgänger Jörg Haider erstmals in der Wählergunst überholt. Das ergab eine am Freitag von den Zeitungen veröffentlichte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS in Linz. Bei einer hypothetischen Direktwahl des Bundeskanzlers käme danach Riess-Passer auf 16 Prozent der Stimmen, während sich Haider mit zwölf Prozent begnügen müsste.

Eindeutig an der Spitze liegt jedoch der amtierende Bundeskanzler und ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel mit 22 Prozent Zustimmung. Der neue Vorsitzende der Sozialdemokraten (SPÖ), Alfred Gusenbauer, erreichte abgeschlagen nur acht Prozent, obwohl seine Partei trotz ihrer Oppositionsrolle immer noch die stärkste politische Kraft im Lande ist. Die ÖVP und die FPÖ bilden seit Februar die rechtskonservative Regierung. Wegen der Regierungsbeteiligung der rechtsgerichteten FPÖ hatten die 14 EU-Partner Österreichs Wien mit politischer Isolierung bestraft.

Das Umfrageergebnis zeige, "dass die Redimensionierung des Phänomens Haider bereits im Gang ist", meinte die konservative Wiener Zeitung "Die Presse" am Freitag. Es sei auch ein "Hinweis, dass sogar die FPÖ-Mitglieder selbst sich allmählich eine Zukunft und Existenz der Partei ohne Haider vorzustellen beginnen". Der Rechtspopulist Haider, der seine FPÖ von fünf Prozent auf über 27 Prozent geführt hatte, war nachheftiger Kritik des Auslandes als Parteivorsitzender zurückgetreten. Er ist heute Landeshauptmann (Ministerpräsident) in Kärnten.

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