Politik : Hessen-SPD warnt vor Schwarz-Grün in Frankfurt

Christoph Schmidt Lunau

Frankfurt am Main - Was vor fünf Jahren noch an der persönlichen Intervention des prominentesten Frankfurter Grünen Joschka Fischer gescheitert war, ist nach der hessischen Kommunalwahl wahrscheinlich geworden: In der Mainmetropole, einer Keimzelle der grünen Partei, dürfte es zu einem schwarz-grünen Regierungsbündnis kommen. Die Konkurrenz reagiert heftig. Der Generalsekretär der Hessen-SPD, Norbert Schmitt, warnte vor dem Bündnis, für das der grüne Spitzenkandidat Lutz Sikorski schon in der Wahlnacht geworben hatte. Die Kasseler Grünen hätten eine solche Zusammenarbeit mit schweren Verlusten bezahlt, sagte Schmitt dem Tagesspiegel und sprach in diesem Zusammenhang sogar von „Wahlbetrug“.

Grünen-Landtagsfraktionschef Al Wazir wies den Vorwurf zurück. Dass es in Frankfurt nicht zu Rot-Grün reiche, liege nicht an den Grünen, sondern an der Schwäche der SPD – sie war auf 24 Prozent eingebrochen. Die SPD habe wiederholt große Koalitionen geschlossen, ohne dass sie den Vorwurf des Wahlbetrugs gelten lasse, so der Grüne. Widerstand aus der Landtagsfraktion wird es also nicht geben. Die Frankfurter Grünen hätten sich von Joschka Fischer so weit emanzipiert, dass er auch aus dieser Richtung kein Störfeuer erwarte, sagte der CDU-Kreisvorsitzende, Wissenschaftsminister Udo Corts, dem Tagesspiegel. Corts betonte, er sei nicht auf ein schwarz-grünes Bündnis festgelegt, auch wenn beide Parteien inhaltlich näher beieinander seien als SPD und CDU. Allerdings gebe es in seiner Partei noch Vorbehalte gegenüber den Grünen, die überwunden werden müssten. Am heutigen Freitag beginnen erste Sondierungsgespräche zwischen CDU und Grünen.

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