Politik : Hilfe für den Wald: Weniger Gülle und bessere Zertifikate

Ulrike Fokken

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) zieht nun auch aus dem Wald heraus gegen die Massentierhaltung zu Felde. Neben dem Autoverkehr sind vor allem die hohen Stickstoffeinträge der Landwirtschaft für die Verschlechterung der Waldböden verantwortlich, sagte Künast am Mittwoch. Denn wenn Schweine, Rinder oder Hühner in Massen gehalten werden, haben die Bauern auch massenhaft deren Gülle und Mist, die auf die Äcker verteilt werden. Von 2002 an werden jene Bauern zumindest nicht mehr staatlich gefördert, die mehr als die Gülle von zwölf Zuchtschweinen ausbringen. Diese Menge schreibt bereits die Düngeverordnung vor, die Künast vorerst nicht ändern will. Die Umweltverbände wie der WWF fordern seit Jahren, dass die Verordnung überprüft und verschärft wird.

"Wenn wir die Landwirtschaft ändern, ist das auch gut für den Wald", sagte Künast, als sie den ersten Bundeswaldbericht vorstellte. Danach verschwindet weltweit jährlich eine Fläche in der Größe von Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen - das sind 15 Millionen Hektar. Hier zu Lande immerhin wächst der Wald: 30 Prozent mehr Fläche werden jährlich wieder aufgeforstet als abgeholzt. Künast will dafür sorgen, dass mehr Wald nach dem Standard der internationalen Forstwirtschaft (FSC) zertifiziert wird. Das ist eine Art Öko-Siegel für die Waldbewirtschaftung und erlaubt, den Wald als Rohstoff und Erholungsort zu nutzen und ihn jedoch gleichzeitig ökologisch zu schützen. Bislang sind nur rund 260 000 Hektar in Deutschland zertifiziert.

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