Politik : Hilfsorganisationen: Keine Arbeitslosen nach Asien senden

Nina C. Zimmermann

Berlin - Ablehnend haben Hilfsorganisationen auf die Idee von Union und FDP reagiert, qualifizierte deutsche Arbeitslose zum Wiederaufbau in der asiatischen Katastrophenregion einzusetzen. „Wir halten den Vorschlag für nicht glücklich“, sagte die Sprecherin der Deutschen Welthungerhilfe, Marion Aberle. Ihre Organisation setze statt dessen auf die Zusammenarbeit mit einheimischen Helfern in den betroffenen Ländern. Das sei ein „besseres Konzept“, weil diese Partner die Sprache vor Ort sprechen und die Menschen und deren Kultur gut kennen würden, sagte Aberle.

Ein Sprecher der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums Hilfsaktionen in Krisenregionen umsetzt, sagte, ein solcher Einsatz bedürfe „sehr dezidierter Vorbereitung“. Die psychische Belastung sei sehr hoch. Zwar habe die GTZ viele Anfragen hilfswilliger Bürger erhalten, doch diese seien „meist nicht passend auf das Portfolio, das wir brauchen“, sagte der Sprecher. Die GTZ beschäftige nur solche Helfer, die „auslands- und Dritte-Welt-erfahren“ seien und ohne langwierige Einweisung „sofort vor Ort losarbeiten“ könnten.

FDP-Vize Rainer Brüderle hatte in der „Bild am Sonntag“ angeregt, dass die Bundesregierung zusammen mit Hilfsorganisationen Arbeitslosen gezielt Zeitverträge zum Wiederaufbau anbieten solle. „Für manchen Deutschen kann das der freiwillige Wiedereinstieg in das Arbeitsleben sein“, sagte er. Der schleswig-holsteinische CDU-Landeschef Peter Harry Carstensen sagte dem Blatt, unter den Millionen deutschen Arbeitslosen gebe es „viele Experten, Facharbeiter und Ingenieure, die anpacken wollen“. Vom Bundesarbeitsministerium hieß es, eine Vermittlung von Arbeitslosen in die Flutgebiete sei dann möglich, wenn Hilfsorganisationen oder Firmen dort reguläre Stellen ausschreiben.

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