Hilfsorganisationen : Krieg erschwert Kampf gegen den Hunger

795 Millionen Menschen weltweit sind noch immer unterernährt, neun Prozent aller Kinder leiden unter Auszehrung. Hilfsorganisationen bezeichnen das als "unerträglich".

Neun Prozent aller Kinder weltweit leiden unter Auszehrung.
Neun Prozent aller Kinder weltweit leiden unter Auszehrung.Foto: Albert Gonzales Farran/AFP

Trotz Fortschritten bei der Bekämpfung von Hunger weltweit ist die Zahl der hungernden Menschen nach Angaben von Hilfsorganisationen weiterhin unerträglich hoch. Etwa 795 Millionen Menschen seien unterernährt, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Welthunger-Index 2015. Jedes vierte Kind sei von Wachstumsverzögerungen betroffen, neun Prozent aller Kinder litten unter Auszehrung. Zumeist seien heute bewaffnete Konflikte die Ursache von Hunger.

Für ihre Untersuchung werteten das Forschungsinstitut Ifpri, die Hilfsorganisation Concern Worldwide und die Welthungerhilfe Daten aus 117 Ländern aus. Dem Index zufolge gibt es in acht Ländern immer noch "sehr ernste" Hungerwerte. Die Mehrzahl liege in Afrika südlich der Sahara. Das größte Hungerproblem wurde für die Zentralafrikanische Republik, für den Tschad und Sambia ermittelt. Wegen Mangels an aktuellen Daten zur Unterernährung fehlen Länder wie Eritrea, Burundi oder der Sudan auf der Liste, die 2014 sehr hohe Hunger-Werte hatten.

Die Organisationen hoben hervor, dass es seit dem Ende des 20. Jahrhunderts keine katastrophalen Hungersnöte mehr gegeben habe. Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger würden jedoch "verpuffen", wenn bewaffnete Konflikte nicht dauerhaft eingedämmt würden. Die Herausforderungen etwa im Jemen oder in Syrien seien erheblich.

Fortschritte verzeichnete der Welthunger-Index in zahlreichen Ländern vor allem in Lateinamerika, Asien und in Ländern der früheren Sowjetunion. So hatten etwa Brasilien, Peru und Venezuela sowie die Mongolei den größten prozentualen Rückgang ihrer Hungerwerte im Vergleich zum Jahr 2000 zu verzeichnen. Die Lage in Südasien und in Afrika südlich der Sahara blieb hingegen ernst. (AFP)


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