Politik : Hinter den Linden: Der Anti-Landowsky

Lorenz Maroldt

Erinnert sich noch jemand an Klaus Landowsky? Ja? Kennt jetzt jeder Ronald B. Schill? Na also. Dann kann die Geschichte erstmal weitergehen.

Landowsky ist der Mann, der schon vor Jahren wusste, wie die Milliarden, die ihm durch die Finger glitten (Achtung, Anwälte! Um Missverständnissen und Gegendarstellungen gleich vorzubeugen: Das ist symbolisch gemeint! Zur Not auch als Witz!), wieder hereinzuholen wären. Und zwar so: Die Pleitestadt Berlin lässt ihre Obdachlosen auf den Stufen zum Reichstag sitzen, dann ekelt sich der Bund und gibt dem Land ganz viel Geld für neue Duschen.

Schill ist der Mann, der Obdachlose aus der Innenstadt treiben lassen will. Ein Anti-Landowsky, gewissermaßen. Mit dem ist keine Bundesknete zu holen, definitiv nicht. Deshalb würden ihn die Berliner auch nicht wählen, und eine Eichel-Stimme allein reicht nicht für knapp zwanzig Prozent. (Für alle, die nicht mehr folgen können: Grämen Sie sich nicht, das ist Politik. Muss man nicht verstehen.)

Landowsky ist weg. Berlin wird immer pleiter. Niemand nimmt die Obdachlosen und treibt sie zum Reichstag. Aber eine Chance hat die Stadt noch: Totalkonkurs. Dann gehört ihr nicht mehr das Dach, unter dem der Regierende Bürgermeister sitzt. Er ist dann ein Obdachloser, wenn man so will. Er muss betteln, wo es was gibt - am besten auf den Stufen zum Reichstag. Das ist die Erfüllung von Landowskys Vision. Er wird Ehrenbürger, Straßen werden nach ihm bena ...

Halt, Stopp, Eilmeldung. Schill will im Bund antreten. Als Innenminister. Seine erste Tat: Er treibt den Regierenden raus an den Stadtrand. Auch eine Lösung.

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