Politik : Hinter den Linden: Ihre Domäne

Stephan-Andreas Casdorff

Alle reden von Rexrodt, Gysi, Wowereit, Klotz ... Die Debatte über Personen gehört zu der über die PDS, Rot-Rot-Grün-Gelb und was sonst noch. Will denn keiner mehr über die CDU reden? Nur damit jetzt nicht Missverständnisse aufkommen: Das wird hier kein Plädoyer für eine völlig neue Farbkombination, zum Beispiel PDS-Rot, Grün und Gelb. Das hatten wir noch nicht, und wir bekommen es auch nicht. Nein, es geht darum, dass die Union ja doch immer noch wichtig ist. Sagt man. Und deshalb ist, logisch, auch ihre Vorsitzende wichtig.

Angela Merkel sollte, nach dem Selbstverständnis dieser Volkspartei, theoretisch Gerhard Schröder im Kanzleramt ablösen können. (Und die Parteigranden haben durchaus noch Hoffnung, jedenfalls haben sie die Möglichkeit nicht aufgegeben.) Also, Merkel: Sie weiß sehr gut, was sie will. Deshalb auch wollte sie sich die Domain "www.bundeskanzlerin.de" sichern. Nur ein bisschen spät, so dass die schon vergeben war. Was aber, wenn man es recht bedenkt, insofern symptomatisch ist, als die Domäne Kanzleramt vergeben ist, und es längerer Anstrengung bedürfen wird, da reinzukommen.

Damit das gelingt, unterlässt Merkel nichts. Zum Beispiel lässt sie (ausnahmsweise gemeinsam mit Fraktionschef Friedrich Merz) ihre Medienpräsenz kontrollieren; und auch, wer sich von den anderen in der Führung in welcher Weise äußert. Sie will ja, hat Merkel gesagt, alles im Hinterkopf behalten für die Zeit, wenn die CDU wieder regiert. Mit ihr. Es soll keine weiteren Personaldebatten geben, meint Merkel. Wir sollen also nicht über weitere Ambitionen reden? Verstanden: Das ist ihre Domäne.

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