Politik : Hinter den Linden: Mit klugen Frauen

Stephan-Andreas Casdorff

Kommando zurück: Nun soll es also nichts werden mit der Entspannung zwischen Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine, dem Kanzler und dem ehemaligen Schatzkanzler, weil sie sich doch nicht treffen am Rande des Parteitages der Saar-SPD. Es wäre aber so schön - vier Tage vor Weihnachten Wandel durch Annäherung, nach angemessener Zeit, was heißt: nicht zu lang entfernt nach dem Anlass. Wenn das schon Staaten gelingt, dann müsste das auch bei zwei Männern funktionieren.

Das sollte man zumindest meinen. Das könnte man hoffen. Aber es ist nicht so. Da muss man doch unwillkürlich an Heide Simonis denken, die sich mal über solchen Kram aufgeregt und gemeint hat, das sei wie bei Jungs, die sich beim Spielen im Sandkasten nicht vertragen. Andererseits: Wenn da einer dem anderen das Förmchen wegnimmt oder mit Sand schmeißt, dann dauert es nicht so furchtbar lange, bis sie sich wieder vertragen. Bei Jungs funktioniert das doch ganz oft.

Bei den Parteifreunden Oskar und Gerhard offenbar nicht. Was also tun, dass der kühle Krieg endlich aufhört? Man muss Leute finden, die die beiden auf geschickte Weise doch wieder zusammenbringen. Die sich gewissermaßen als ihre Unterhändler verdingen. Die mit ihnen Vor- und Nachteile der Entspannung vorurteilsfrei besprechen und sie klug beraten können. Wer das nun sein sollte? Die Ehefrauen, Doris Schröder-Köpf und Christa Müller. Sie hatten schon einmal Erfolg, damals, vor und direkt nach der Bundestagswahl. Damals verhielten sich ihre Männer dementsprechend: Sie handelten klüger. Viel klüger. Sie machten beide Staat.

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