Politik : Hinter den Linden: Väter und Söhne

Stephan-Andreas Casdorff

Wenn man sich das jetzt gerade mal vorstellt: Alles aus Amerika kommt ein paar Jahre später bei uns an. Also, im Fall Bush und Gore wäre das so, als würde, sagen wir: Kohl einen seiner beiden Söhne Walter und Peter bis zum Kanzlerkandidaten der Union aufbauen. Oder Schröder sich einen suchen, der als sein Sohn durchgehen könnte, um ihn zum nächsten sozialdemokratischen Kanzler zu machen.

Unrealistisch, meinen Sie? Na ja, im Falle Kohl haben dessen Söhne, wohl dem eigenen Erleben geschuldet, bisher noch nicht als Politiker auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Mutter hat auch immer darauf geachtet, dass sie aus dem politischen Geschäft herausgehalten werden. Wenngleich dagegen spricht, dass George junior auch erst sehr spät zur Politik gefunden hat.

Bei Schröder ist es erstmal ganz banal so, dass er keinen Sohn hat. Aber wenn er einen hätte - dann könnte man sich die Sache schon vorstellen. Schließen wir kurz die Augen und denken an: Sigmar Gabriel! Das könnte passen. Hier läge das dynastische Element darin, dass Gabriel Nachnachfolger Schröders im Amt des niedersächsischen Regierungschefs ist und man damit an den Wahlslogan anknüpfen könnte "Ein Niedersachse muss Kanzler werden". Außerdem gilt Gabriel sowieso schon als Ziehsohn des Bundeskanzlers.

Angesichts der Entsprechung zu Geschehnissen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wäre diese Perspektive besonders reizvoll: Ein Sohn Kohls tritt an gegen Gabriel. Realistisch ist der Fall eher nicht. Wohl aber, dass Gabriel als Kanzlerkandidat antritt: beim übernächsten Mal. Siehe - Amerika!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben