Politik : Hintergrund: Usbekistan

Hamburg (13.05.2005, 13:14 Uhr) - Die zentralasiatische Republik Usbekistan ist seit dem Zerfall der Sowjetunion ein unabhängiger Staat. Mit einer Gesamtfläche von 447 400 Quadratkilometern ist das Land etwa so groß wie Schweden. Von den über 26 Millionen Einwohnern leben über zwei Millionen in der Hauptstadt Taschkent. Die Mehrheit der Bevölkerung sind sunnitische Muslime.

Usbekistan ist ein Verbündeter der USA im Kampf gegen den islamistischen Terror. Etwa 1000 US-Soldaten sind hier stationiert. In der südlichen Stadt Termes unterhält die Bundeswehr einen Stützpunkt mit etwa 300 Soldaten, die von dort aus die internationale Schutztruppe im benachbarten Afghanistan versorgen.

Die politische Macht liegt seit 15 Jahren in den Händen des umstrittenen Präsidenten Islam Karinow. Sein Regime gilt als undemokratisch und korrupt. Politische Neuerungen sind nicht in Sicht. Amnesty International spricht in seinem Jahresbericht 2004 von einer miserablen Menschenrechtslage und wirft der Regierung Folter und Misshandlungen vor.

Der Mangel an Reformen und die Orientierung an alten Sowjet- Strukturen lähmen auch die Wirtschaft. Obwohl das Land an der Seidenstraße über wichtige Rohstoffe verfügt und zu den weltweit größten Baumwollexporteuren zählt, leben etwa 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. (tso)

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