Politik : Hinz und Kunz und Müller (Kommentar)

Da kamen wir doch ins Grübeln. Müller als CDU-Chef? Wer ist Müller? Der Wirtschaftsminister? Nicht in der CDU. Joghurt-Müller - oder was? Und dann war es doch nur ein gewisser Peter Müller, der seit geraumer Zeit einem gewissen Saarland vorsteht. Ein guter Mann, sagt Peter Hintze, von dem man auch lange nichts mehr gehört hat, bis er jetzt plötzlich zu neuer Präsenz auflief. Am Vortag hatte der Ex-Generalsekretär der "BZ" noch Merkel, Biedenkopf und Rüttgers als seine Favoriten genannt, kein Wort über Müller. Warum bringt er ihn einen Tag später plötzlich ins Gespräch? Folgendermaßen: Müller, karrierebewusst, ruft in der Parteizentrale an und sagt, also, äh, räusper, er sei doch auch CDU-Ministerpräsident, gute Referenzen, keine schwarzen Kassen, im besten Alter - und bevor am Ende dieser Diepgen ... Mensch, sagt die Zentrale da sofort, den Mann haben wir ja völlig vergessen! Man stellt durch zu Hintze, der immer gern an den Apparat geht, wenn es was anzuschieben gilt: Müller? Ach ja, der Müller. Schon ist das Interview geritzt. Nicht genug: Zwei Stunden später geht Hintze in die nächste Runde und teilt mit, Köhler sei ein erstklassiger Kandidat für den Chefposten. Köhler? Ach so: Das betrifft den IWF, für den Hintze als europapolitischer Sprecher auch irgendwie zuständig ist. Aber er hat zu kurz gedacht. Denn Horst Köhler ist schon ewig in der CDU, kennt als Ex-Sparkassenpräsident jegliches Konto aus dem Effeff, kurz, er ist der Mann, den die Partei als Chef braucht. Herr Hintze, zum Interview!

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