Politik : Höhere Besoldung: Wichtiger als der Kanzler? (Kommentar)

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Abgesehen von den Benzinpreisen ist kaum ein Thema emotional so belastet wie die Bezahlung von Politikern. Deshalb versichern die sich gern des Sachverstandes von Experten, um ihre Bezüge zu regeln. Bisher bekommen die Ministerpräsidenten neben ihrem Gehalt eine Fülle undurchsichtiger Zulagen. Die Kommission, genauer: ihre Mehrheit, hat kurzerhand den bisher undurchsichtigen Teil auf den "offiziellen" draufgeschlagen. "Geldwäsche" nennt das der Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim. So weit muss man nicht gehen. Auch ohne populistischen Hintergedanken darf man aber fragen, ob es angemessen ist, wenn der Regierungschef eines Bundeslandes mehr verdient als der US-Präsident, vom Bundeskanzler ganz zu schweigen. Gern wird argumentiert, Politiker bekämen weniger als Manager oder Fußballstars. Richtig. Aber ausgerechnet in den USA, dem Land mit der höchsten Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik, ist die Verdienstdifferenz zwischen beiden Bereichen am größten. Politiker ist kein Job wie jeder andere. Er erfordert Engagement. Und Augenmaß. Das können Edmund Stoiber und Wolfgang Clement nun beweisen, indem sie die Kommissionsvorschläge prüfen - und mindestens teilweise ablehnen.

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