Politik : Homo-Ehe: "Alle dürfen, nur wir dürfen nicht"

Erstmals haben in Deutschland homosexuelle Paare den Bund fürs Leben geschlossen. Bei der bundesweit ersten Trauung auf dem Standesamt Hannover ließen sich zwei Männer im Alter von 40 und 48 Jahren am Mittwochmorgen ihre Lebenspartnerschaft eintragen. Trauzeugen des hannoverschen Landesbeamten und des Mitarbeiters des Arbeitsamts, Heinz-Friedrich Harre und Reinhard Lüchow, waren eine Schwester und eine Schwägerin. Etwa hundert Freunde und Schaulustige bejubelten die frisch Vermählten. Als Grund für die Hochzeit nannten beide "Liebe" und den Wunsch, "bis an das Lebensende zusammen zu bleiben".

Zum Thema Online-Umfrage: Spiegelt das Ja zur Homo-Ehe die Stimmung in der Bevölkerung wider? In Hamburg fand eine "Massen"-Trauung von 15 homosexuellen Paaren statt - mit prominenten Trauzeugen wie Grünen-Chefin Claudia Roth und dem Grünen-Rechtsexperten Volker Beck und der Hamburger Gleichstellungssenatorin Krista Sager. Beck sprach von einem "Freudentag und einer Siegesfeier" für Homosexuelle.

In München protestierten rund 20 Schwule und Lesben, zum Teil in dunklen Anzügen, vor dem Rathaus. Auf mitgebrachten Schildern waren Slogans wie "Schwarze Politik verhindert rosa Liebe" und "Alle dürfen, nur wir nicht!" zu lesen. Zu Wochenbeginn hatten bayerische Homosexuelle einen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt, um die CSU-geführte Landesregierung zur sofortigen Umsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes zu zwingen. Karlsruhe wird über diesen Antrag frühestens in der kommenden Woche entscheiden.

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