Politik : "Ich wollte nicht mehr leben" - Die Deutsche Renate Wallert über ihre Geiselhaft

Die auf die Philippinen verschleppte Deutsche Renate Wallert hat in den drei Wochen ihrer Geiselhaft Selbstmordgedanken gehabt. "Ich wollte auch nicht mehr leben, weil es nicht lebenswert ist, dieses Leben", sagte die schwer erkrankte 57-jährige Göttingerin in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview der Fernsehsender RTL und SAT.1. "Ich wollte auch schon einfach sterben. Ich habe gebetet und mein Sohn hat es gemerkt. Und er hat darum gebeten, dass ich so etwas nicht tue, weil ich ihm sehr wehtun würde." Es war das erste Interview mit Renate Wallert seit ihrer Entführung vor einigen Wochen.

Renate Wallert beklagte ihren schlechten Gesundheitszustand. "Ich habe solche Rückenschmerzen und Angst, dass ich nie wieder aufrecht gehen kann", sagte sie. Die Lehrerin, die mehrfach in Tränen ausbrach, lag auf einer Bahre und machte einen geschwächten Eindruck. Sie berichtete, dass es ihr derzeit etwas besser gehe. Sie könne wieder laufen und habe auch keinen Durchfall mehr, der sie in den letzten Tagen sehr geschwächt habe. Seit der Entführung vor gut drei Wochen hätten die Geiseln mehrfach in nächtlichen Gewaltmärschen den Standort wechseln müssen. Dabei sei sie immer von ihrem Sohn getragen worden. In der Nacht, als es zu Kämpfen zwischen den Entführern und der philippiischen Armee gekommen sei, habe ihr Sohn sie mit seinem Körper geschützt.

Wallerts Ehemann Werner sagte dem Fernsehsender SAT.1: "Uns geht es den Umständen entsprechend gut, bis auf meine Frau, die besonders leidet." Renate Wallerts Zustand sei zwar nicht lebensbedrohlich, doch sie müsse dringend in ein Krankenhaus gebracht werden, forderte Werner Wallert.

Sein Sohn Marc Wallert berichtete, dass sich die Geiseln zeitweise nur von Reis ernähren mussten. Mehrere Tage habe es kein Wasser gegeben.

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