Politik : IG Metall will neues Rentensystem

Berlin - Die IG Metall schlägt einen „neuen Generationenvertrag“ für die Rente vor. Mit einem Fünf-Punkte-Programm, darunter eine Erwerbstätigenversicherung für alle, möchte die Gewerkschaft einen sozialpolitischen Impuls setzen. „Allein die Verteidigung der gesetzlichen Rentenversicherung reicht nicht mehr aus“, sagte IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban am Mittwoch in Berlin. Neben einer Erwerbstätigenversicherung, in die auch Selbstständige, Freiberufler und Beamte einzahlen, plädieren die Metaller für einen Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

„Die Altersarmut wird in Zukunft ein Massenphänomen“, begründete Urban den Ansatz. Dagegen setze die IG Metall ihr Konzept mit einem Rentenbeitrag von 24 Prozent ab 2030; derzeit liegt der Beitragssatz bei knapp 20 Prozent. Ferner müssten aus Steuermitteln weitere 18 Milliarden Euro in die Rentenkasse fließen. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wies das zurück. Schon heute müssten die Steuerzahler 78 Milliarden Euro im Jahr an Rentenzuschuss zahlen. Grundsätzlich sei es „ein falscher Weg, die Rentenleistungen insgesamt zu steigern“. Die Einbeziehung von Beamten und Freiberuflern in die Beitragspflicht würde im übrigen „langfristig deutlich höhere Ausgaben nach sich ziehen“.

Schließlich lehnen die Arbeitgeber die von der IG Metall geforderte obligatorische betriebliche Altersvorsorge ab und betonen die Notwendigkeit einer längeren Lebensarbeitszeit. Urban dagegen kritisiert die Rente mit 67 als Systemwechsel: Von einer ehemals den Lebensstandard sichernden Rente hin zu einer Mindestrente knapp über Sozialhilfeniveau. Dagegen stelle die IG Metall ihr „sozialstaatliches Erneuerungsprojekt“, das im kommenden Jahr in den Bundestagswahlkampf eingespeist werde. alf

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