Politik : Irak: Luftangriff gemeldet

Großbritannien und die USA haben irakische Berichte zurückgewiesen, sie hätten am Donnerstag den Südirak angegriffen und mit Raketen Häuser zerstört. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in London sagte, einen solchen, von der amtlichen irakischen Nachrichtenagentur Ina gemeldeten Angriff habe es nicht gegeben. Es habe in den vergangenen 24 Stunden keine amerikanischen und britischen Flüge über Südirak gegeben. Auch ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA dementierte den Bericht.

Britische und US-Maschinen fliegen regelmäßig Patrouillen in der seit dem Golfkrieg verhängten Flugverbotszone über Irak nördlich des 36. und südlich des 33. Breitengrades. Dabei kommt es häufig zu Zwischenfällen mit der irakischen Armee, die die Flugverbotszone nicht anerkennt. Ina berichtete, am Donnerstag seien Häuser in der Provinz Wasit wahllos mit Raketen beschossen worden. Die Provinz liegt rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bagdad. Ob es Tote oder Verletzte gab, meldete Ina nicht.

Der britische Sprecher sagte, die Meldung sei unwahr. Es sei bekannt, dass der Irak solche Vorwürfe erhebe, selbst wenn gar keine Kampfflugzeuge unterwegs seien. Der US-Sprecher sagte, er wisse nichts von "defensiver Aktivität" amerikanischer und britischer Kampfflugzeuge im Irak. Am Dienstag hatte Bagdad zum zweiten Mal binnen zwei Wochen den Abschuss eines unbemannten US-Spionageflugzeuges gemeldet. Washington bestätigte in beiden Fällen ein Verschwinden der Maschinen.

Der irakische Staatschef Saddam Hussein bezeichnete unterdessen die Terroranschläge gegen die USA als Folge ihrer "verbrecherischen" Außenpolitik. "Die Vereinigten Staaten ernten die Dornen, die ihre Führer in der Welt gesät haben", sagte er laut Ina. "Überall auf der Welt finden wir Zeugnisse von Amerikas Verbrechen, sei es in Japan, wo die Amerikaner ihre Atombomben testeten, in Vietnam, im Irak und in Palästina, wo die Vereinigten Staaten zionistische Verbrechen gegen unser palästinensisches Volk unterstützen." Nach den Terrorschlägen in den USA vom Dienstag war der Irak der einzige Staat, der unverhohlene Freude gezeigt und sich nicht distanziert hatte.

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