Iran : Revolutionsgarden bringen Frachter im Persischen Golf auf

Das Verhältnis zwischen den USA und Iran ist angespannt. Nun könnte sich die Lage verschärfen, nachdem Iran ein Schiff am Persischen Golf aufgebracht hat.

So entspannt wie bei dem Treffen zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif am Montag ist die Stimmung zwischen den beiden Staaten selten.
So entspannt wie bei dem Treffen zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif am...Foto: Jason DeCrow/dpa

Mit Warnschüssen hat die iranische Marine ein unter der Flagge der Marshallinseln fahrendes Frachtschiff gezwungen, Kurs auf eine iranische Insel zu nehmen. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums forderten fünf iranische Kriegsschiffe den Frachter "MV Maersk Tigris" am Dienstag in der Straße von Hormus auf, seinen Kurs zu ändern. Das US-Militär beauftragte einen im Persischen Golf kreuzenden Zerstörer sowie Kampfflugzeuge damit, die Situation zu beobachten.

Die US-Marine habe einen Notruf der "Maersk Tigris" abgefangen, verlautete aus Regierungskreisen in Washington. Die iranischen Schiffe hätten den Frachter angewiesen, Kurs auf die iranische Insel Larak zu nehmen. Als der Kapitän der "Maersk Tigris" dies verweigert habe, seien Warnschüsse vor den Bug des Frachtschiffes abgefeuert worden. Daraufhin habe die "Maersk Tigris" den Anweisungen Folge geleistet. Soldaten der iranischen Revolutionsgarden seien an Bord des Frachters gegangen.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf "informierte Kreise", Grund für die Intervention sei ein Streit des Schiffs mit der iranischen Hafenverwaltung. Demnach erreichte die Hafenverwaltung von einem Gericht die Beschlagnahme des Schiffs. Im Jahr 2013 war ein indischer Öltanker einen Monat im Iran festgesetzt worden - angeblich weil er das Meer verschmutzt hatte. Indische Medien spekulierten aber, dass die Maßnahme politisch motiviert war.

Die Marshallinseln unterhalten ein besonderes Verhältnis zu den Vereinigten Staaten. Der Pazifikstaat lässt unter anderem seine verteidigungspolitischen Interessen durch die USA wahrnehmen. Nach Angaben des Pentagon befinden sich keine US-Staatsbürger unter den rund 30 Besatzungsmitgliedern der "Maersk Tigris". Der Frachter war offenbar im Auftrag eines Tochterunternehmens der Hamburger Reederei Rickmers unterwegs.

Der Zwischenfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt erhöhter Spannungen am Golf. Die USA unterstützen eine von Saudi-Arabien angeführte arabische Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen im Jemen fliegt. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Aufständischen mit Waffen zu beliefern. Die USA hatten die Präsenz ihrer Kriegsmarine in der Region zuletzt verstärkt. Vergangene Woche drehte nach US-Angaben ein iranischer Schiffskonvoi vor der Küste des Jemen ab, der womöglich Waffen für die Huthi-Rebellen geladen hatte. AFP

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