Jacques Chirac : Türkei muss Genozid an Armeniern anerkennen

Vor einem EU-Beitritt muss die Türkei aus Sicht des französischen Präsidenten Jacques Chirac die Massaker an Armeniern als Völkermord anerkennen. Die Türkei bezeichnet das Vorgehen bisher als "Umsiedlung".

Eriwan - Jedes Land wachse, "wenn es seine Dramen und seine Fehler eingesteht", sagte Chirac während eines Besuchs in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Auf die Frage, ob für einen EU-Beitritt die Anerkennung der Massaker als Völkermord durch Ankara erforderlich sei, sagte Chirac: "Ehrlich gesagt, ich denke ja."

Armenien wirft dem Osmanischen Reich als Vorläufer der Türkei vor, in Anatolien zwischen 1915 und 1917 eineinhalb Millionen Armenier bei Vertreibungen gezielt ermordet zu haben. Mehrere Länder stufen die Verbrechen als Völkermord ein. Aus Sicht der Türkei handelte es sich bei den Ereignissen dagegen um die tragischen Folgen einer Zwangsumsiedlung, die wegen des Krieges erforderlich gewesen sei. Ankara weigert sich bisher strikt gegen den Begriff Völkermord, was die EU-Beitrittsverhandlungen belastet. (tso/AFP)

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben