Politik : Jerusalem: Zusammenstöße auf dem Tempelberg

Auf dem Tempelberg in Jerusalem kam es am Morgen zu Zusammenstößen zwischen muslimischen Gläubigen und der israelischen Polizei. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kritisierte das Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte. (06.06.2005, 11:59 Uhr)

Ramallah - Übergriffe auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee seien «gefährlich und unnötig» und müssten beendet werden, sagte Abbas am Montag in Ramallah. Auf dem Tempelberg war es am Morgen zu Zusammenstößen zwischen muslimischen Gläubigen und der israelischen Polizei gekommen, bei denen es insgesamt sechs Leichtverletzte gab.

Nach Berichten beider Seiten bewarfen hunderte palästinensische Männer die Polizisten und mehrere jüdische Gruppen mit Steinen, als diese den Tempelberg zum Jerusalem-Tag besuchten. Der israelische Gedenktag erinnert an die Einnahme Ost-Jerusalems im Krieg 1967 durch israelische Truppen. Die israelische Polizei feuerte Schockgranaten. Ein Palästinenser, der auf dem Tempelberg einen Juden attackiert habe, sei festgenommen worden. Insgesamt gab es sechs Leichtverletzte

Der Direktor der für die Al-Aksa-Moschee zuständige Waqf-Stiftung, Adnan Husseini, sagte, die Polizei habe Fanatiker auf den Tempelberg geleitet und die Gläubigen damit provoziert. Der Haram el Scharif (Edles Heiligtum) in der Altstadt von Jerusalem gehört zu den heiligsten Stätten des Judentums und des Islam. Für Muslime ist der Komplex nach Mekka und Medina die drittheiligste Stätte. Auch für Christen hat er eine religiöse Bedeutung. (tso)

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