Politik : Jung sieht neue Bedingungen für die Armee

Albert Funk

Hamburg/Berlin - Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat von den Offizieren der Bundeswehr eine neue „Führungs- und Verantwortungskultur“ gefordert, um den Umbau zu einer „Armee im Einsatz“ zu stärken. In seiner ersten Rede vor der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg betonte Jung die nachhaltig veränderten Einsatzbedingungen. Es gehe nicht um eine Reform der alten Bundeswehr, die in einem statischen und berechenbaren sicherheitspolitischen Umfeld agiert habe, sondern um die Transformation zu einem „Instrument der deutschen Außenpolitik“ in einer „komplexer gewordenen und weniger berechenbaren Welt“. „Jeder ist die Armee im Einsatz“, postulierte Jung. Nach den Worten des Ministers gibt es hier noch Defizite, der Transformationsprozess müsse stärker auch nach innen in die Truppe vermittelt werden. „Es gibt noch sehr viel zu tun“, forderte Jung vor den Führungskräften der Bundeswehr.

Die wesentlichen Aufgaben der Armee lägen im 21. Jahrhundert außerhalb Deutschlands und des Nato-Gebiets. Die ständige Einsatzfähigkeit der Streitkräfte dafür sei „zur strukturbestimmenden Aufgabe geworden, an der alles ausgerichtet werden muss“. Die Bundeswehr muss laut Jung lernen, sich ständig neuen Herausforderungen anzupassen. Die Aufgabe der Politik sei es, „pro-aktiv und vorausschauend Gefahren von deutschem Territorium“ fern zu halten.

Jung kündigte zudem an, wieder für mehr Wehrgerechtigkeit zu sorgen. „Hier möchte ich umsteuern“, sagte der Minister. Dies sei eine Frage der Akzeptanz der Wehrpflicht unter jungen Männern. Das Ziel sei, „wieder mehr Grundwehrdienstleistende in der Bundeswehr zu haben“.

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