Politik : Jungbrunnen

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Der Sozialdemokrat Hans-Ulrich Klose hat schon eine lange politische Karriere hinter sich, aber immer noch warten große Aufgaben auf ihn – zumindest wenn es nach Parteifreund Wolfgang Thierse geht. Klose werde „vielleicht bald Vorsitzender des Ausschusses für Radwanderungen in die Mark Brandenburg“, sagte der Bundestagspräsident am Dienstag beim Empfang zum 65. Geburtstag des Politikers voraus.

Thierse spielte auf den Umstand an, dass der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klose nach 20 Bonner Jahren doch nach Berlin umgezogen ist und auch an der Umgebung der Hauptstadt immer mehr Gefallen findet. Ko-Gratulant Joschka Fischer freilich tadelte, der Präsident habe den Geehrten damit „schon in die Betreuungsecke eingeordnet“. Der Außenminister offenbarte, er habe sich das Geburtstagskind gerade wegen dessen guter Konstitution zum Vorbild genommen: „Unsereins mit 54 schaut immer zur Generation der älteren Brüder.“ Der spätbekehrte Asket Fischer hatte Klose vor vielen Jahren in Bonn kennen gelernt und war gleich von dessen Realismus beeindruckt. Thierse übrigens münzte auf den begeisterten Neubürger Klose gleich eine Weisheit: „Die besten Berliner kommen aus Breslau.“

Ist das so? Die Gültigkeit des Satzes erschließt sich wohl nur den beiden gebürtigen Breslauern Thierse und Klose. Der Gelobte erlebt inzwischen, dass die Hauptstadt eine viel vitalisierendere Wirkung hat als das Rheinland: „Ich bin fest davon überzeugt, ich werde in Berlin mindestens fünf Jahre länger leben als in Bonn.“ Wenn das kein Spruch für Hauptstadt-Werber ist: Wie? Berlin macht älter? Nein: Berlin hält jünger. Hans Monath

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