Politik : Kabila gewinnt Wahl im Kongo

Judith Reker

Kinshasa - Bei der Präsidentenwahl im Kongo hat sich Amtsinhaber Joseph Kabila durchgesetzt. Wie die Wahlkommission des Landes am Mittwochabend bekannt gab, siegte Kabila bei den Wahlen mit einem Stimmenanteil von 58,05 Prozent. Kabilas Kontrahent in der Stichwahl vom 29. Oktober, Vizepräsident Jean-Pierre Bemba, erzielte 41,95 Prozent. Mit 65 Prozent war die Wahlbeteiligung niedriger als bei der ersten Wahlrunde am 30. Juli, als kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit erreichte. „Dies ist Euer Sieg. Ich ermahne alle, sich ruhig und diszipliniert zu verhalten“, sagte Kabila nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses in einer Fernsehansprache. Der 35-jährige Kabila steht seit 2001 an der Spitze des Landes. Die Präsidentenwahl im Kongo, die erste freie Abstimmung seit mehr als 40 Jahren, gilt als entscheidend für den Friedensprozess in dem zentralafrikanischen Land.

Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl wurden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen bekannt gegeben. Zuletzt war es am Samstag zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Lagern der beiden Kandidaten gekommen, bei denen vier Menschen starben.

Das vorläufige Wahlergebnis muss vom Obersten Gericht bis spätestens zum 30. November bestätigt oder revidiert werden. Bemba hatte mehrere Beschwerden wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs eingelegt. Internationale Beobachter hatten die Wahl aber als weitgehend frei und fair bezeichnet.

Am 30. November endet auch das Mandat der 2300 Soldaten starken europäischen Eufor-Truppe, die zur Sicherung der Wahlen in Kinshasa und im nahe gelegenen Gabun stationiert ist. Die Eufor, an der 780 deutsche Soldaten beteiligt sind, zeigte am Mittwochabend nur geringe Präsenz in Kinshasa.

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