Kampf gegen Dschihadisten : Türkei kündigt Großoffensive gegen IS an

Die Türkei und die USA wollen die Terrormiliz "Islamischer Staat" von der Türkei aus gemeinsam bekämpfen. Der türkische Außenminister spricht von einem "umfassenden Krieg".

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Türkische und amerikanische Soldaten auf der Luftwaffenbasis Incirlik im südlichen Anatolien: Nun gibt es "umfassenden Krieg" gegen den IS.
Türkische und amerikanische Soldaten auf der Luftwaffenbasis Incirlik im südlichen Anatolien: Nun gibt es "umfassenden Krieg"...Foto: Reuters

In Syrien steht offenbar eine Großoffensive der Türkei und der USA gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bevor. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, sein Land und die USA würden schon bald mit einem "umfassenden Krieg" gegen den IS beginnen. Der Fernsehsender CNN meldete am Mittwochabend unter Berufung auf Kreise des US-Verteidigungsministeriums, die amerikanische Luftwaffe habe zum ersten Mal von der Türkei aus Positionen des IS in Nordsyrien angegriffen.

Cavusoglu verwies darauf, dass die USA auf der Grundlage einer kürzlichen Vereinbarung zwischen Ankara und Washington derzeit Kampfflugzeuge und Kampfdrohnen auf türkische Luftwaffenstützpunkte nahe der syrischen Grenze verlegen. Am vergangenen Wochenende hatten die USA zum ersten Mal bewaffnete Drohnen von der Türkei aus nach Syrien geschickt.

US-Luftangriffe auf den IS von der nahen Türkei aus können die dschihadistische Gruppe wirksamer bekämpfen als die bisherigen Einsätze, die von Flugzeugträgern im Persischen Golf, rund 2000 Kilometer südlich des Kampfgebietes, gestartet werden müssen.

Ziel der anvisierten Aktion von Türkei und USA ist es, den IS in Syrien vollständig von der türkischen Grenze zurückzudrängen und der Miliz so den Nachschub zu erschweren. In der freien Zone entlang der Grenze, die nach einem Abzug des IS entstehen könnte, sollen nach Ansicht Ankaras gemäßigte Rebellen einrücken, um Flüchtlingen die Rückkehr nach Syrien zu erlauben. Die USA sind aber skeptisch, was die Bildung einer solchen Sicherheitszone angeht. Weder Amerikaner noch Türken wollen selbst Bodentruppen nach Syrien schicken. 

Die beiden Partner sind zudem uneins, ob der Kampf der syrischen Kurden gegen den IS weiter unterstützt werden soll. Die USA helfen den Kurden mit Luftangriffen, doch die Türkei will nicht, dass dies auch von türkischen Stützpunkten aus fortgesetzt wird. Unklar ist auch, wie Syrien selbst sowie dessen Partner Russland und Iran auf eine große westliche Militäraktion in Syrien reagieren würden.



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