Politik : Kampf gegen Terror: Türkische Polizei verhört verdächtigen Araber

Susanne Güsten

Aus einem startbereiten Flugzeug heraus hat die türkische Polizei auf dem Flughafen von Istanbul am Montag einen jungen Araber namens Abdullah Ali bin Laden festgenommen. Der türkische Innenminister Rüstü Kasim Yücelen teilte zunächst mit, es handele sich bei dem Festgenommenen um einen Bruder des weltweit gesuchten Fundamentalisten Osama bin Laden, der von den USA für die Anschläge auf New York und Washington verantwortlich gemacht wird. In einer zweiten Stellungnahme erklärte Yücelen wenig später, der Mann sei möglicherweise gar nicht mit Osama bin Laden verwandt. Trotzdem wurde Abdullah Ali bin Laden am Nachmittag weiterhin von der Anti-Terror-Polizei verhört. Abdullah Ali bin Laden war nach Angaben des Innenministeriums am frühen Montag morgen aus dem saudi-arabischen Dscheddah kommend in Istanbul gelandet und wollte von dort in den türkischen Teil von Zypern weiterreisen. Der 25-jährige ist demnach seit dem vergangenen Jahr als Informatik-Student an einer nordzyprischen Universität eingeschrieben und gab an, nach den Semesterferien auf dem Rückweg an seinen Studienplatz zu sein. Die winzige Türkische Republik Nordzypern beherbergt mehrere kleine Universitäten, die von Studenten aus dem gesamten Nahen Osten besucht werden. Der in Dscheddah geborene Abdullah Ali bin Laden hatte nach Behördenangaben einen legalen Reisepass der Vereinigten Arabischen Emirate bei sich. Der darin genannte Name des Vaters stimmte nicht mit dem Namen des Vaters von Osama bin Laden überein. "Ich glaube, er ist nicht der Bruder", räumte Yücelen schließlich ein.

In der gesamten Türkei sind alle Sicherheitsvorkehrungen seit den Anschlägen in den USA am 11. September mehrfach verschärft worden. Als moslemisches Nato-Land fürchtet die Türkei Vergeltungsschläge islamistischer Fundamentalisten für ihre Beteiligung an der Anti-Terror-Koalition, insbesondere die Bereitstellung des südtürkischen Luftwaffenstützpunktes Incirlik für mögliche Militärschläge gegen die Drahtzieher der Anschläge.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben