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Kampf gegen Terrorismus in Libyen und Somalia : US-Spezialkräften gelingt Schlag gegen Extremisten

Doppelschlag im Anti-Terror-Kampf: Eine US-Spezialeinheit hat in Somalia das Haus eines Extremisten-Führers ins Visier genommen. Nahezu zeitgleich geht den USA in Libyen ein seit mehr als zehn Jahren gesuchter Top-Terrorist ins Netz.

Soldaten der 1962 gegründeten US-Spezialeinheit Sea-Air-Land (SEAL) während eines Manövers. Die Navy Seals griffen in der Nacht zum Samstag das Haus eines Anführers im Süden Somalias an.
Soldaten der 1962 gegründeten US-Spezialeinheit Sea-Air-Land (SEAL) während eines Manövers. Die Navy Seals griffen in der Nacht...Foto: dpa

Zwei Wochen nach dem blutigen Geiseldrama in Nairobi ist US-Spezialkräften offenbar ein Schlag gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz in Somalia gelungen. Soldaten der Elitetruppe Navy Seals griffen in der Nacht zum Samstag das Haus eines Anführers im Süden des Landes an, wie die „New York Times“ am Samstag (Ortszeit) online unter Berufung auf einen Vertreter der US-Sicherheitsbehörden berichtete. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, George Little, bestätigte einen Einsatz, an dem US-Militärs beteiligt gewesen seien.

Noch vor dem Morgengrauen seien die Spezialkräfte vom Indischen Ozean aus angerückt und hätten im somalischen Küstenort Barawe das Feuer auf ein Haus eröffnet, hieß es in dem Zeitungsbericht. Der Angriff sei vor mehr als einer Woche geplant worden - als Reaktion auf den Anschlag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Die Al-Shabaab-Miliz hatte sich zu der Attacke auf die dortige Westgate-Mall bekannt. Maskierte Terroristen waren in das Einkaufszentrum eingedrungen und hatten um sich geschossen. Nach mehreren Tagen endete die Geiselnahme mit mindestens 72 Toten.

Wie ein US-Regierungsvertreter der „Washington Post“ sagte, wurden bei dem nächtlichen Einsatz in Barawe vermutlich fünf Al-Shabaab-Kämpfer getötet. Auch das hochrangige Mitglied der Miliz soll getötet worden sein. Doch ehe die Spezialtruppe dies prüfen konnte, hätte sie sich zurückziehen müssen, sagte ein US-Regierungsvertreter der „New York Times“. US-Militärs wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums nicht verletzt. Die Navy Seals sind die Elite-Einheit des US-Militärs. Die Einheit tötete im Mai 2011 auch Terrorchef Osama bin Laden in Pakistan.

Al-Shabaab hatte zuvor mitgeteilt, dass ausländische Streitkräfte am Samstagmorgen ihre Stellungen in Barawe angegriffen hatten.
Somalia leidet seit mehr als zwei Jahrzehnten unter einem blutigen Bürgerkrieg vor allem zwischen der - von afrikanischen Truppen unterstützten - Zentralregierung und der Al-Shabaab.

Ranghohes Al-Kaida-Mitglied in Libyen gefasst

Fast zeitgleich haben US-Spezialkräfte in Libyen ein ranghohes Mitglied des Terrornetzwerks Al-Kaida gefasst. Nach einem „US-Antiterroreinsatz“ werde Abu Anas al-Libi „an einem sicheren Ort außerhalb Libyens festgehalten“, erklärte Pentagon-Sprecher George Little in der Nacht zum Sonntag. Al-Libi ist wegen der Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 angeklagt, bei denen mehr als 200 Menschen getötet wurden.

Der als Nasih Abdul Hamed el-Raghie geborene Al-Libi stand auf der Liste der meistgesuchten Verdächtigen der US-Bundespolizei FBI. Auf seine Festnahme war eine Belohnung von bis zu fünf Millionen US-Dollar (3,7 Millionen Euro) ausgesetzt. Bei den Anschlägen auf die US-Botschaften in Daressalam und Nairobi im August 1998 waren mehr als 200 Menschen getötet worden.


Aus dem Umfeld al-Libis in Libyen hieß es, der 49-Jährige sei am Samstag nach dem Frühgebet in Tripolis von bewaffneten Männern „entführt worden“. Al-Libi gehörte zur Libyschen Islamischen Kampfgruppe (LIFG), die sich 2007 dem Terrornetzwerk Al-Kaida anschloss. (DPA/AFP)

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