Politik : Kampf gegen Terrorismus: USA setzen Bodentruppen in Marsch

Im Rahmen ihrer Offensive gegen den Terrorismus haben die USA rund 1000 Infanteriesoldaten nach Usbekistan geschickt. Der usbekische Präsident Islam Karimow erklärte am Freitag auf einer Pressekonferenz mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der sich in Usbekistan aufhält, er habe den USA die Erlaubnis gegeben, einen Luftwaffenstützpunkt zu benutzen. Der amerikanische Geheimdienst und die Bundespolizei haben Hinweise auf einen geplanten Terroranschlag als Reaktion auf einen Militäreinsatz. Die Taliban boten den USA unterdessen an, Osama bin Laden selbst vor ein Gericht zu stellen.

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Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern Der usbekische Präsident Karimow betonte, die US-Einheiten dürften Usbekistan nicht als Ausgangsbasis für Luft- oder Bodenangriffe benutzen, sondern nur als Stützpunkt für Transportmaschinen, Hubschrauber und Soldaten für Such- und Rettungsmissionen. Nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums sollen die bereits verlegten Eliteeinheiten jedoch als Bodentruppen die weiteren Militäroperationen absichern.

Geheimdienst und Polizei in den USA rechnen mit "hundertprozentige Wahrscheinlichkeit" mit einem neuen Terroranschlag, sobald die USA Afghanistan angreifen. In einem Hintergrundgespräch mit Kongressabgeordneten zitierten Vertreter von CIA und FBI "glaubhafte Informationen" aus Deutschland, Großbritannien, Afghanistan und Pakistan, dass ein weiterer Anschlag auf US-Ziele in den USA oder im Ausland geplant sei, berichtete die "Washington Post" am Freitag. An den Planungen sollen Zellen des Terrornetzwerks von Osama bin Laden in Ägypten, Somalia und Pakistan beteiligt sein. Ermittler und Fahnder schließen allerdings die Möglichkeit nicht aus, dass die Informationen, die die Geheimdienste zusammengetragen haben, gezielt gestreut wurden, um die USA von einem Militärschlag abzuhalten.

Der britische Premierminister Tony Blair traf am Freitag zu einem Besuch in Pakistan ein. In Islamabad sagte er, die Unterstützung Pakistans sei "entscheidend" für einen Sieg über die islamistischen Taliban in Afghanistan. Die Ankunft des britischen Premiers wurde von Protesten begleitet, bei denen Anhänger der Taliban gegen die westliche Anti-Terror-Koalition und für den mutmaßlichen Terrordrahtzieher Osama bin Laden demonstrierten. Das pakistanische Außenministerium wertete Blairs Besuch als Zeichen der Solidarität mit dem Land. Der pakistanische Staatschef General Pervez Musharaf hat den USA trotz der langjährigen Verbindung zwischen seinem Land und dem Taliban-Regime im benachbarten Afghanistan Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Die Taliban kündigten unterdesen an, dem Moslemextremisten Osama bin Laden nach "islamischem" Recht den Prozess zu machen, wenn die USA Beweise für dessen Beteiligung an den Terroranschlägen vorlegten. Der Taliban-Botschafter in Afghanistan, Abdul Salam Saif, betonte, die Taliban würden nichts unternehmen, was ihren "islamischen und afghanischen Stolz verletzen" könnte.

Für die Bundesregierung steht die Verantwortung bin Ladens für die Anschläge in den USA außer Frage. Nach Angaben von Regierungssprecher Heye sprechen dafür auch Hinweise, auf die Fahnder bei der Durchsuchung von Wohnungen mutmaßlicher Attentäter in Hamburg gestoßen seien.

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