Politik : Kein Aufbruch West - nimmt die Partei an den nächsten Landtagswahlen noch teil?

Matthias Meisner

Die PDS backt kleinere Brötchen. Nach dem schlechten Abschneiden bei der NRW-Wahl hat Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch angekündigt, dass die Teilnahme an Landtagswahlen im Westen künftig überdacht werden soll. 1,1 Prozent der Stimmen hatte die Partei am vergangenen Sonntag bekommen - weniger als erwartet. Intern wird geschätzt, dass der angekündigte Rückzug von Gregor Gysi und Lothar Bisky aus der PDS-Spitze noch einmal ein halbes Prozent gekostet hat.

Insofern scheint es konsequent, dass Bartsch jetzt auf die Teilnahme an den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verzichten will. Auch die designierte PDS-Chefin Gabriele Zimmer spricht davon, dass jedes schlechte Abschneiden bei Landtagswahlen ein "Negativsignal" vor der Bundestagswahl 2002 sein könne. Inzwischen glauben fast alle: Die Zeit ist noch nicht reif, um im Westen die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. Eine Klientel sieht die Partei allenfalls in Hamburg - doch ausgerechnet dort wird der PDS-Landesvorstand von linken Sektierern beherrscht. Der Rat führender Genossen lautet deshalb, sich im Westen zunächst auf Kommunalwahlen zu konzentrieren. "Die PDS darf nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun", sagt Mecklenburgs PDS-Chef Helmut Holter.

Verabschieden von der West-Strategie werde sich die PDS nicht, versichern die Genossen. Die Dresdnerin Christine Ostrowski war einst zurückgepfiffen worden, als sie für eine reine Ost-Partei PDS eintrat. PDS-Vize Wolfgang Gehrcke hatte aber schon vor Jahren zugegeben, er habe, was die West-Verankerung angehe, "nüchterne Analysen durch Wünsche ersetzt".

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