Kevin Rudd : In bleibender Erinnerung

Am 24. November 2007 gewann Kevin Rudd mit der Labor Party die Wahlen in Australien. Er führte das Land aus einer bleiernen Zeit. Sein Vorgänger John Howard hatte das Land fast zwölf Jahre regiert. In dieser Zeit war Australien vor allem deshalb in den Schlagzeilen, weil sich das Land prinzipiell weigerte, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn sie denn doch angeschwemmt wurden, wurden sie in Camps hinter Stacheldraht interniert und schnell wieder abgeschoben. Außerdem war Howard ein glühender Unterstützer der Antiklimapolitik des früheren amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Als Rudd am 3. Dezember 2007 sein Amt antrat, war seine erste Amtshandlung die Ratifizierung des Kyoto- Protokolls. Am 13. Februar 2008 entschuldigte sich Rudd für sein Land bei den australischen Ureinwohnern, den Aborigines, für Kindesentführungen, Misshandlungen und Massaker, die sie seit der britischen Kolonisierung zu erleiden hatten. Für Australien war das ein großer Tag und für die Aborigines eine große Genugtuung. Denn Howard hatte eine solche Entschuldigung stets abgelehnt. Rudds Geste hat viel zur Befriedung in Australien beigetragen.

Rudd gelang es, Australien ziemlich unbeschadet durch die Finanzkrise zu führen. Sein Abstieg begann mit dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember 2009. Rudd und seine Klimaministerin Peggy Wong versuchten die Gipfelergebnisse in Kopenhagen und in Australien als Erfolg zu verkaufen – ein Eindruck, der kaum geteilt wurde. deh

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