Kindesmissbrauch : G-8-Staaten wollen Internet überwachen

Im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern setzen die G8-Staaten auf eine stärkere Überwachung des Internets und eine enge internationale Zusammenarbeit.

München - Als Vertreter der deutschen G8-Präsidentschaft sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf einer Tagung der Justiz- und Innenminister, Studien hätten ergeben, dass zehn Prozent derjenigen, die kinderpornografische Bilder ansehen, auch selbst Kinder missbrauchen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) räumte ein, dass es in Deutschland noch Nachholbedarf bei der Gesetzgebung zum Schutz von Kindern gebe.

Außerdem will Zypries die Zusammenarbeit der Behörden mit privaten Stellen verbessern. So will sie zum Beispiel Tourismusunternehmen auffordern, an Reisende Informationen zu verteilen, die auf die strafrechtlichen Konsequenzen von Sex mit Kindern auch im Ausland hinweisen: "Weil manche Leute vielleicht glauben, das sei straffrei."

Deutsches Recht gilt bei Missbrauch auch im Ausland

Für solche Taten könnten deutsche Staatsbürger aber stets auch nach deutschem Recht verurteilt werden, sagte Zypries. Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang eine "ordentliche Spurensicherung" am Tatort. Nur so könnten die Täter auch bei Prozessen in ihren Heimatländern überführt werden.

Die G8-Staaten seien sich einig, dass die Strafverfolgungsbehörden künftig international noch enger zusammenarbeiten müssen. Zypries verwies auf eine zentrale Datenbank für vermisste Kinder, die Interpol erstellt habe und zugänglich mache. Inzwischen gebe es "professionell agierende Kinderentführungsbanden". Kindesmissbrauch sei stark vernetzt und für die Organisatoren hoch profitabel. "Da ist richtig viel Geld damit zu verdienen", betonte Zypries. Zum Schutz der Opfer seien sich die G8-Staaten einig, die "Anstrengungen zu verdoppeln". (tso/ddp)

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