Politik : Kleiner, jünger,weiblicher

Im neuen Bundestag ist fast

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Die 19-jährige Anna Lührmann von den hessischen Grünen verkörpert geradezu idealtypisch die Zusammensetzung des neuen Bundestages: Der ist mit 603 Abgeordneten nicht nur kleiner als der alte (669), sondern auch jünger und weiblicher. Das Durchschnittsalter sinkt um ein halbes Jahr auf 49,3 Jahre, der Frauenanteil steigt zum siebten Mal in Folge. Fast ein Drittel der Abgeordneten ist weiblich (32,2 statt bislang 30,9 Prozent). Bei den Grünen, die mit Anna Lührmann die jüngste Abgeordnete stellen, haben die Frauen sogar die Mehrheit (58,2 Prozent). Am männlichsten ist die Fraktion der FDP, nur zehn der 47 Abgeordneten sind Frauen (21,3 Prozent).

Rund ein Drittel der bisherigen Bundestagsabgeordneten gehört dem Parlament nicht mehr an. In der Union sind 88 der 248 Abgeordneten neu, darunter der Generalsekretär der Partei, Laurenz Meyer, Reck-Weltmeister Eberhard Gienger und Fußballschiedsrichter Bernd Heynemann. Die prominentesten Neueinsteiger bei den Grünen sind die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn und die ehemalige Hamburger Senatorin Krista Sager. Die SPD verliert mit Christine Bergmann eine ältere und mit der Ex-Juso-Vorsitzenden Andrea Nahles auch eine jüngere Abgeordnete. Bei der FDP verfehlte der ehemalige Wirtschaftsminister Haussmann den Einzug in den Bundestag.

Die älteste Fraktion stellt die SPD mit einem Durchschnittsalter von 50,7 Jahren. Aus ihren Reihen stammt passenderweise auch der neue Alterspräsident, der 70-jährige Otto Schily, der die erste Parlamentssitzung, vermutlich zwischen dem 14. und 18. Oktober, leiten wird. Die FDP-Fraktion ist jedoch nur unerheblich jünger (50,6) als die der SPD. Die jüngsten Abgeordneten stellen die Grünen mit durchschnittlich 45,1 Jahren.

Durch die „Jugendlichkeit des Parlaments“ fehle der Politik das „Lebenswissen“ um die Probleme des Alters und der alternden Gesellschaft, kommentierte der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Paul Baltes, die Verjüngung. Mit dem Durchschnittsalter von knapp 50 Jahren sei der Bundestag zu jung, so Baltes.

Äußerst knapp war das Ergebnis zwischen den beiden großen Parteien bei der Wahl am Sonntag. Die SPD hatte nur 8864 Zweitstimmen mehr als die Union. Tsp

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