Politik : Kleines Stühlerücken

Ilse Aigner oder Gerd Müller gelten als mögliche Nachfolger Horst Seehofers im Kabinett

Robert Birnbaum

Berlin - Der Wechsel von Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident nach München wird keine größere Kabinettsumbildung zur Folge haben. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch führende CSU-Politiker gehen davon aus, dass für das verbleibende knappe Jahr der Wahlperiode lediglich das Landwirtschafts- und Verbraucherministerium neu besetzt wird. Letzte Entscheidungen sind allerdings noch nicht gefallen, zumal Seehofers Wahl zum Ministerpräsidenten im Bayerischen Landtag erst für den 27. Oktober ansteht.

Aussichten auf seinen Bundesminister-Posten kann sich aber nach Einschätzungen aus der CSU die stellvertretende Vorsitzende der Berliner Landesgruppe, Ilse Aigner, machen. Die 43-jährige Bildungspolitikerin war bereits vor gut einem Jahr von der Landesgruppe als Generalsekretärin der Partei ins Gespräch gebracht worden. Parteichef Erwin Huber hatte sich aber für die Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer entschieden.

Als zweiter aussichtsreicher Kandidat gilt in der CSU nach wie vor auch Seehofers Parlamentarischer Staatssekretär Gerd Müller. Der 53-Jährige gilt als Fachmann auf seinem Gebiet, ist aber politisch kaum in Erscheinung getreten.

Keine Klarheit gibt es bisher auch darüber, wen sich der Parteivorsitzende Seehofer als Generalsekretär zur Seite holt. Als Favorit gilt in der Partei der Finanzexperte Georg Fahrenschon. Er war Abgeordneter im Bundestag, bevor er vor einem Jahr als Staatssekretär ins bayerische Finanzministerium wechselte. Bei der Landtagswahl verpasste er knapp den Einzug in den Landtag, weil er nur über ein Listenmandat verfügte. Für den 40-jährigen Finanzexperten sprechen nicht nur seine gute Vernetzung in Berlin wie in Bayern. Er gilt in der CSU auch als Vertreter einer jüngeren Generation, die den Spagat zwischen Traditionsbewusstsein und Moderne glaubwürdig verkörpern könnte. Der künftige General muss in sehr kurzer Zeit den Wahlkampf für die Europa- und danach die Bundestagswahl konzipieren.

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