Politik : Köhler lobt Hauptstadt als Wissenschaftsstandort

Exzellenzstiftung soll Berliner Ambitionen auf dem Bildungssektor vorantreiben

Uwe Schlicht

Berlin - In einem Grußwort hat Bundespräsident Horst Köhler (CDU) auf dem diesjährigen Leibniz-Tag der Akademie der Wissenschaft die Bedeutung Berlins als Wissenschaftsstandort hervorgehoben. Besonders lobte Köhler, dass die Stadt über ihren eigenen Bedarf hinaus Studienplätze anbiete und diese Leistung nicht nur als eine große Bürde ansehe. Wenn die Stadt weiter mit der Wissenschaft punkten wolle, so sehe er gute Voraussetzungen dafür, in der von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner vorangetriebenen Gründung einer Stiftung mit dem Namen „Berlin International Forum for Excellence“. In dieser Stiftung sollen Universitäten und die großen Forschungsinstitute bei der Förderung von großen Forschungsvorhaben und herausragenden Masterstudiengängen zusammenarbeiten. Während Zöllner diese Zusammenarbeit als Modell für Deutschland versteht, haben die drei Berliner Universitätspräsidenten große Vorbehalte und fordern deutliche Etatverbesserungen für ihre Mitarbeit.

Der Bundespräsident hob als gelungene Beispiele für die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft in der Stadt den biomedizinischen Forschungscampus Buch und den Technologiepark Adlershof hervor. Die Erwähnung von Buch ist insofern bemerkenswert, weil einige Medien und Oppositionsparteien in der Stadt die in Buch praktizierte Kooperation zwischen der Charité und den privaten Helios-Kliniken für fragwürdig halten. Mit Blick auf die am 14. Juli geplante Konstituierung der nationalen Akademie „Leopoldina“ in Halle verwies Köhler auf wichtige Vorleistungen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Politikberatung. Er erwarte, dass die Berlin-Brandenburgische Akademie zusammen mit den anderen deutschen Akademien die Leopoldina in ihrer neuen Rolle als Nationaler Akademie unterstützen werde, sagte Köhler.

Der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie, Professor Günter Stock, erklärte die Bereitschaft der Akademien, ihre Expertise und ihre Erfahrungen in die nationale Akademie einzubringen. Stock verlieh auf dem Leibniz-Tag die höchste Auszeichnung der Akademie, die Helmholtz-Medaille, an den Altgermanisten und Wagner-Forscher Peter Wapnewski. Die Leibniz-Medaille wurde an den Unternehmer Klaus Jacobs verliehen. Jacobs hat sich als Mäzen für Wissenschaft und Forschung hervorgetan. Zudem hat Jacobs die International University in Bremen mit einer Millionenspende unterstützt.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben