Politik : Kohl bestreitet Zahlung an CDU für Leuna-Verkauf - die Vorwürfe seien absurd und erlogen

Alt-Kanzler Helmut Kohl hat erneut vehement bestritten, durch den Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie 1992 an den französischen Konzern Elf Aquitaine Geld bekommen zu haben. "Um es noch einmal klar zu sagen: Ich habe zu keinem Zeitpunkt Geld erhalten und auch keinerlei Kenntnisse von anrüchigen Finanzmachenschaften gehabt", sagte der frühere CDU-Chef der "Welt am Sonntag". Auch Ex-Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs (FDP) dementierte, aus schwarzen Kassen von Elf bezahlt worden zu sein.

Kohl sagte, es sei "absurd und erlogen", dass der damalige französische Präsident Francois Mitterrand ihm 30 Millionen Mark für den Wahlkampf zukommen ließ. Zu keinem Zeitpunkt habe er mit Mitterrand über Geld in Zusammenhang mit Wahlen oder Parteien gesprochen. "Das Ganze ist ein scheußliches Gebräu von unbewiesenen Behauptungen, Verleumdungen und anonymen Hinweisen, aber möglicherweise auch von nachrichtendienstlichen Machenschaften." Er stehe zu seinem politischen Engagement in Sachen Leuna. Die zuständige Abteilung im Kanzleramt und die jeweiligen Bundesministerien hätten die Treuhandanstalt nach Kräften unterstützt.

Nach einem "Focus"-Bericht wurden in der Leuna-Affäre nach dem Vorbild des Flick-Skandals Millionenbeträge gewaschen. In der Affäre geht es um angebliche Schmiergelder und Subventionsbetrug in zweistelliger Millionenhöhe. In beiden Fällen seien schwarze Kassen mit Hilfe hoch bezahlter, aber wertloser Scheingutachten gespeist worden. Elf habe 1992 zwei Scheinverträge mit Elf Aquitaine International abgeschlossen. Dabei sei es um Themen wie die "Beobachtung der industriellen Aktivität in Ostdeutschland" gegangen. Studien der Schweizer Firma seien nicht auffindbar. Es gebe aber Belege für Zahlungen von jeweils mehreren hunderttausend Mark etwa an Hürland-Büning und Friderichs, der auch zu den Beschuldigten im Flick-Skandal gehört habe.

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