Kolumbien : Präsident Uribe schafft Wiederwahl

Der kolumbianische Staatschef Alvaro Uribe hat bei der Präsidentenwahl am Sonntag mit 62,20 Prozent der Stimmen einen klaren Wahlsieg erzielt. Uribe kündigte eine Fortsetzung seiner Politik der harten Hand im Kampf gegen die Guerilla an.

Bogotá - Es war das beste Ergebnis bei einer Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes und nach einer Verfassungsänderung auch das erste Mal seit 120 Jahren, dass ein Staatschef für eine zweite Amtszeit bestätigt wurde. Größte Herausforderung für den einzigen noch in Südamerika verbliebenen engen Verbündeten der USA ist bis 2010 nun ein Friedensschluss mit der größten Rebellengruppe des Landes, den «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» (FARC). Daneben will der den Konservativen nahe stehende, aber parteilose Uribe (53) die Armut und die Drogenproduktion bekämpfen.

Auf Platz zwei kam der Mitte-links-Kandidat Carlos Gaviria mit 22,04 Prozent der Stimmen, teilte die zentrale Wahlkommission nach Auszählung von 99,82 Prozent der Wahlzettel am Montag mit. Die Linke erzielte damit ihr bisher höchstes Ergebnis. Allein dies sei ein Triumph, sagte Gaviria vor Anhängern. Jetzt komme es darauf an, die Linke zu stärken. Der Liberale Horacio Serpa landete mit 11,83 Prozent abgeschlagen auf Platz drei.

Der wieder gewählte Staatschef kündigte eine Fortsetzung seiner Politik der harten Hand im Kampf gegen die Rebellen an. Zugleich versprach er, sich für eine «Nation ohne Ausgegrenzte» und mit mehr sozialer Gerechtigkeit einzusetzen. Uribe ist in einem zunehmend von linken Präsidenten regierten Südamerika der einzige wirkliche Verbündete der USA und führt den Kampf gegen die Rebellen und gegen den Drogenschmuggel mit Hilfe milliardenschwerer US-Militär- und Finanzhilfe.

Kein Dialog mit der Guerilla

Uribes Sieg erklärt sich nach Ansicht von Beobachtern vor allem aus seinen Erfolgen bei der Reduzierung der Mord- und Entführungsrate sowie einer Stärkung des Staates, der erstmals seit Jahrzehnten wieder mit Polizisten und Verwaltungsbeamten auch in kleinen Orten der Provinz präsent ist. Zudem wächst die Wirtschaft ebenso wie in den meisten anderen Ländern Lateinamerikas kräftig. Gaviria hingegen hatte sich für einen Dialog mit den FARC sowie einen entschiedeneren Kampf gegen die Armut und damit die aus seiner Sicht wichtigste Ursache für die seit mehr als 40 Jahren andauernde politische Gewalt eingesetzt.

Trotz des Einsatzes von landesweit 220.000 Soldaten und Polizisten entführten linke FARC-Rebellen in der Provinz Chocó in der Nähe der Grenze zu Panama mindestens 16 Wahlhelfer. Sie wurden nach Angaben der Polizei erst nach dem Ende der Wahl frei gelassen. Bei Kämpfen mit Rebellen starben seit Samstagabend nach Angaben des Militärs zwölf FARC-Rebellen und drei Soldaten. Die Polizei entschärfte nach eigenen Angaben in verschiedenen Landesteilen mehrere Sprengsätze. (tso/dpa)

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