Kongo : Kabila liegt in Stichwahl vorne

Bei der Präsidentschaftswahl im Kongo liegt Amtsinhaber Joseph Kabila laut neuen Teilergebnissen weiter vor seinem Rivalen Jean-Pierre Bemba. Dessen Lager spricht von "Betrügereien".

Kinshasa - Nach Auswertung der Stimmen in fast zwei Dritteln der Wahlbezirke komme Kabila auf rund 60 Prozent, sein Herausforderer Bemba auf rund 39 Prozent, teilte die Unabhängige Wahlkommission (CEI) mit. Das endgültige Ergebnis der Stichwahl vom 29. Oktober soll am 19. November verkündet werden. Zuvor hatte das Lager von Vizepräsident Bemba erklärt, bei der Stimmenauszählung gebe es "systematische Unregelmäßigkeiten" und "Betrügereien".

Der Wahlkommission warf das Bemba-Lager vor, "unausgewogene" Teilergebnisse zu veröffentlichen und dabei Regionen zu bevorzugen, die für Kabila seien. Am Vormittag kam es erneut zu Unruhen in Kinshasa. Etwa 20 jugendliche Anhänger Bembas verbrannten Autoreifen in der Nähe eines Mediengebäudes und warfen ein Porträt von Kabila in die Flammen. Zudem bewarfen sie Polizisten, die die Straße räumen wollten, mit Steinen. Auch ein Fahrzeug der EU-Mission im Kongo (Eufor) wurde dabei beschädigt, wie Eufor-Sprecher Thierry Fusalba sagte.

Bekanntgabe des Wahlergebnisses früher?

Möglicherweise werde die Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses um einige Tage vorgezogen, dies hänge von der Sicherheitslage ab, hieß es aus Eufor-Kreisen. Kabila hatte in der ersten Runde am 30. Juli mit 44,8 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit verpasst, Bemba kam auf 20 Prozent. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses waren bei Zusammenstößen zwischen Anhängern beider Kandidaten 23 Menschen getötet worden. Am 10. Dezember soll der Präsident in sein Amt eingeführt werden.

Im gesamten Land überwachten rund 80.000 kongolesische Polizisten die Stichwahl. Unterstützt wurden sie von rund 19.000 internationalen Soldaten. Die 17.600 Soldaten der UN-Truppe Monuc sind größtenteilts im Osten des Landes stationiert, wo es immer wieder zu Kämpfen zwischen verfeindeten Gruppen kommt. In Kinshasa sind seit Juni 1200 Soldaten der Friedenstruppe Eufor stationiert. Etwa genauso viele europäische Soldaten sind zur Unterstützung in Gabun. (tso/AFP)

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