Politik : Kosovo-Konflikt: Moskau geht auf Distanz zu Belgrad

Russland hat sich gegen den von der jugoslawischen Führung geforderten Abzug der Friedenstruppe Kfor und der zivilen UN-Mission Unmik aus dem Kosovo ausgesprochen. Ein Abzug könne "kaum zur Beilegung des Kosovo-Problems beitragen", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den russischen Außenminister Igor Iwanow am Donnerstag nach Gesprächen mit seinem albanischen Kollegen, Paskal Milo, in Moskau. Bei der Lösung des Kosovo-Konflikts müsse strikt die Resolution 1244 des Weltsicherheitsrates eingehalten werden.

Der jugoslawische Vizeaußenminister Vujovic hatte am Mittwoch den Abzug von Kfor und UN aus dem Kosovo und die Rückkehr jugoslawischer Armee- und Polizeieinheiten verlangt. UN und Kfor seien nicht fähig und nicht willens, Ruhe und Sicherheit der verbliebenen Nicht-Albaner im Kosovo zu garantieren, hatte er gesagt. Der russische Föderationsrat hatte am Mittwoch trotz früherer Kritik der russischen Führung an der Arbeit der Kfor das Mandat des russischen Kontingents um ein halbes Jahr verlängert. Russland gilt als traditioneller Verbündeter der Serben.

Früherer Milizenchef ermordet

Ein früherer Milizenchef der bosnischen Serben ist nach Rundfunkberichten im Osten Bosniens von Unbekannten ermordet worden. Ljubisa Savic, alias "Mauser", der im Bosnienkrieg die "Panther"-Einheiten befehligt habe, sei am Vorabend erschossen worden, meldete der bosnische Rundfunk am Donnerstag. Die Täter hätten aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus auf Savics Wagen gefeuert. Savic hatte 1990 die Demokratische Partei Serbiens (SDS) des ehemaligen Anführers der bosnischen Serben und mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic mitgegründet. Unter Savics Kommando hatten sich die "Panther" zu Beginn des Bürgerkrieges (1992/95) an der Vertreibung und Ermordung von Moslems in Ost-Bosnien beteiligt.

Savic war nach Kriegsende aus der SDS ausgetreten und hatte zunächst den Oberbefehl über die uniformierten Polizeieinheiten der bosnischen Serben. 1998 wurde er wegen Machtmissbrauchs entlassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar