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Krise in der Ukraine : EU verschärft Sanktionen gegen Russland

Die neuen Sanktionen der EU im Zuge der Ukraine-Krise sehen vor, dass Anleihen der Energiekonzerne nicht mehr in der EU gehandelt werden dürfen.

Die neuen Sanktionen der EU treffen die russischen Energiekonzerne. Ob sich Wladimir Putin davon beeindrucken lässt?
Die neuen Sanktionen der EU treffen die russischen Energiekonzerne. Ob sich Wladimir Putin davon beeindrucken lässt?Foto: dpa

Die Europäische Union hat wichtige Rüstungs- und Energiekonzerne Russlands von der Geldbeschaffung auf den Finanzmärkten der Europäischen Union abgeschnitten.

Wegen des Konflikts hatte die EU bereits mehrfach Sanktionen gegen Russland erlassen. Die EU-Staaten hatten sich bereits am Montag auf das neue Sanktionspaket geeinigt, dessen Inkraftsetzung aber angesichts der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine zunächst aufgeschoben.

Die neuen Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland treffen wichtige Rüstungs- und Energieunternehmen des Landes. Zu den am Freitag im EU-Amtsblatt veröffentlichten Maßnahmen gehören auch Einreiseverbote für 24 prominente Separatistenführer in der Ostukraine und russische Politiker.

Zu ihnen gehören die Chef-Separatisten Alexander Sachartschenko, Wladimir Kononow und Miroslaw Rudenko. Der ultranationalistische russische Duma-Abgeordnete Wladimir Schirinowski ist einer von mehreren prominenten Moskauer Politikern, der nicht mehr in die EU einreisen darf und dessen Konten in der EU gesperrt werden.

Anleihen der drei großen Energieunternehmen Rosneft, Transneft und Gazprom Neft dürfen ab sofort nicht mehr an den Finanzmärkten der EU gehandelt werden. Das gilt auch für drei Rüstungsunternehmen: OPK Oboronprom ist der wichtigste Gesellschafter des Hubschrauberproduzenten Russian Helicopters, United Aircraft Corporation stellt Kampfflugzeuge her, und Uralvagonzavod ist der führende russische Panzerhersteller.

Auf einer Liste von Unternehmen, an die keine sowohl zivil als auch militärisch nutzbaren Produkte mehr geliefert werden, stehen unter anderem der Hersteller der Kalaschnikow-Sturmgewehre und Almas-Antej. Sie stellen unter anderem das Buk-Raketensystem her, mit dem die malaysische Passagiermaschine MH17 abgeschossen worden sein soll.

In den vergangenen Monaten wurden bei den Kämpfen mehr als 2700 Menschen getötet, mindestens 500000 ergriffen die Flucht.

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