• Kritik an Carsten Maschmeyer und Gerhard Schröder: Ex-Grünen-Chef Bütikofer: Buchgeschäft ist ein Skandal

Kritik an Carsten Maschmeyer und Gerhard Schröder : Ex-Grünen-Chef Bütikofer: Buchgeschäft ist ein Skandal

Das Millionengeschäft zwischen Gerhard Schröder und dem Unternehmer Maschmeyer über die Autobiografie des Ex-Kanzlers bringt viel Ärger. Nun nennt der ehemalige Koalitionspartner Schröders und Ex-Grünen-Chef Reinhard Bütikofer den Deal einen "Skandal".

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Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (links), seine Frau Doris Schröder-Köpf sowie AWD-Gründer Carsten Maschmeyer kommen am 04.09.2009 in die russische Botschaft in Berlin anlässlich des «Sommerballs» der russischen Botschaft.
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (links), seine Frau Doris Schröder-Köpf sowie AWD-Gründer Carsten Maschmeyer kommen am...Foto: dpa

Wegen seines umstrittenen Buchgeschäfts mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sieht sich Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) scharfer Kritik von Seiten seines früheren Koalitionspartners ausgesetzt. Ex-Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sagte dem Tagesspiegel:  "Es ist ein Skandal sondergleichen, dass ein noch amtierender Bundeskanzler mit einem Finanzunternehmer ein Millionen-Honorar für seine Autobiographie ausdealt." Er hoffe, dass das Ansehen der Politik insgesamt nicht unter Schröders "inakzeptablem Verhalten" leide, fügte der Grünen-Europaabgeordnete hinzu. "Ich setze darauf, dass die Bürger wissen: Schröders allzu kommerzielle Gepflogenheiten sind ein krasser Einzelfall."

Der Unternehmer Carsten Maschmeyer hat derweil die Darstellung des Magazins "Stern" zurückgewiesen, er habe Gerhard Schröder das Millionenhonorar für ein umstrittenes Buchgeschäft bereits während dessen Kanzlerschaft zugesagt. „Das ist falsch: Die Vereinbarung trafen Gerhard Schröder und ich per Handschlag am Abend nach seinem Zapfenstreich in Hannover, am Sonntag, dem 20. November 2005“, sagte Maschmeyer in einem Interview der „Bild“-Zeitung.

Das Magazin „Stern“ hatte dagegen berichtet, Maschmeyer und der SPD-Politiker hätten sich schon im August 2005 per Handschlag auf das Honorar für die Rechte an Schröders Biografie geeinigt - da war der Niedersachse noch Kanzler. Am 18. September 2005 verlor die SPD dann die Bundestagswahl.

Jahrelang war von einer Summe für Schröder von einer Million Euro die Rede. Die jetzt bekanntgewordenen rund zwei Millionen Euro erklärt Maschmeyer, Gründer des Finanzdienstleisters AWD, wie folgt: Durch Steuern und Abgaben habe sich das zugesicherte Nettohonorar auf die Summe von zwei Millionen Euro erhöht. „Ich habe daraus nie ein Geheimnis gemacht“, meinte Maschmeyer.

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