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KZ-Gedenkstätte : Britische Jugendliche dürfen nach Diebstahl in Auschwitz nach Hause

Die zwei britischen Jugendlichen, die in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz Habseligkeiten ehemaliger Insassen entwenden wollten, sind nach ihrer Festnahme wieder freigelassen worden. Der Direktor der Schule erwartet eine Erklärung.

Der Eingang zum ehemaligen Stammlager des KZ Auschwitz
Der Eingang zum ehemaligen Stammlager des KZ AuschwitzFoto: dpa

Zwei beim Diebstahl von historischen Objekten im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz erwischte britische Jugendliche sind zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 240 Euro und einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Sprecher ihrer Schule nahe der südostenglischen Stadt Cambridge sagte am Dienstag, die beiden geständigen Jungen seien inzwischen wieder freigelassen worden und dürften in ihre Heimat zurückkehren. Die Staatsanwaltschaft teilte dagegen mit, die Strafe müsse noch von den Behörden bestätigt werden.

Wachleute des heutzutage als Gedenkstätte dienenden Areals hätten die beiden Briten am Montag dabei entdeckt, wie sie am Standort einer früheren Baracke "Glasscherben, Knöpfe, Haarspangen und Metallstücke" ausgruben und an sich nahmen, sagte ein Sprecher der Einrichtung. Auf dem Gelände würden bis heute Habseligkeiten ehemaliger Insassen entdeckt. Die beiden 1997 und 1998 geborenen Jungen wurden festgenommen. Sie bereuten ihr Verhalten "zutiefst", sagte ein Sprecher der Schule.

Der Direktor der Schule der Jungen kündigte eine "vollständige und gründliche Aufarbeitung" des Vorfalls an. "Ich will von ihnen persönlich hören, was sie dazu bewogen hat, die Gegenstände an sich zu nehmen", sagte Schuldirektor Ed Elliot. Wer Auschwitz, einen der entscheidenden Schauplätze des Holocaust, besuche, müsse "diesen Ort mit größtmöglichem Respekt und Empfindsamkeit" behandeln, sagte Elliot. Das im Südosten Polens gelegene frühere Konzentrationslager, in dem über eine Million europäische Juden und andere Gefangene ermordet wurden, ist zum Symbol der NS-Vernichtungsmaschinerie geworden. Die Gedenkstätte zählt jedes Jahr mehr als eine Million Besucher aus aller Welt.

Auschwitz-Birkenau war das größte der deutschen Todeslager, in dem mindestens 1,1 Millionen vor allem jüdischer Häftlinge ermordet wurden. Als Teil des „Weltgedächtnisses“ steht es unter dem besonderen Schutz der Weltkulturorganisation UNESCO. Nach polnischem Recht kann der Diebstahl von Gegenständen von einem Ort mit besonderer kultureller Bedeutung mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Im Jahr 2009 war in Auschwitz der eiserne Schriftzug "Arbeit macht frei" vom Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers gestohlen worden. (AFP, dpa)

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