Lehrstellenmarkt : Glos: Ausbildungspakt funktioniert

Bundeswirtschaftsminister Glos hält den Ausbildungspakt zwischen Regierung und Wirtschaft für unzureichend, will aber grundsätzlich daran festhalten.

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Lage auf dem Lehrstellenmarkt als «immer noch unbefriedigend» bezeichnet. Der Ausbildungspakt von Bundesregierung und Wirtschaft funktioniere, könne aber noch besser werden, sagte Glos am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung vor der Presse in Berlin.

Vier Monate vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. September gebe es derzeit fast 50.000 unversorgte Jugendliche mehr als im Vorjahr, sagte Glos. Bei den Arbeitsagenturen seien bis Ende Mai etwas weniger Lehrstellen als im Vergleichsmonat des Vorjahrs angeboten worden. Gleichzeitig gebe es wegen des geburtenstarken Schulabgänger-Jahrganges mehr Bewerber. Die nach wie vor angespannte Lage auf dem Lehrstellenmarkt hänge auch mit den Konkursen vieler kleinerer Betriebe zusammen.

Entgegen der Ankündigung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat das Kabinett nach Angaben von Glos keine «Sofortmaßnahmen» beschlossen. Es werde aber weiterer «Bürokratieabbau» für kleinere Betriebe angestrebt. Er, Schavan und auch Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) appellierten weiter gemeinsam an die Wirtschaft, ihre Anstrengungen zu verstärken. In dieser Sache gebe es «entgegen den Erwartungen keinen Koalitionsstreit», versicherte Glos. Der Minister kündigte für den 21. Juni ein neues Treffen mit der Wirtschaft an. (tso/dpa)

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