Linke Parteien : WASG-Mitglieder für Vereinigung mit Linkspartei

Die Vereinigung von Linkspartei und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) ist ein großes Stück vorangekommen: Bei einer Urabstimmung votierte eine große Mehrheit der WASG-Mitglieder für eine Fusion.

Fürth/Berlin - WASG-Vorstand Thomas Händel sagte am Sonntag, 78,3 Prozent hätten mit Ja gestimmt, 19,4 mit Nein, hinzu kämen einige Enthaltungen und ungültige Stimmen. Das nächste Etappenziel sind die gleichzeitigen Parteitage beider Seiten Ende April.

Insgesamt 6745 der bundesweit 11.783 WASG-Mitglieder hätten abgestimmt, hieß es. Die Beteiligung betrug damit 57 Prozent. Der WASG-Bundesvorstand hatte vorher mit einer großen Mehrheit für den Zusammenschluss gerechnet. Die Spitzen beider Parteien hatten Ende vergangenen Jahres eine Fusion bis zum Jahr 2007 vereinbart.

Die Linkspartei begrüßte das Ergebnis der WASG-Urabstimmung. Der Vorsitzende der Ex-PDS, Lothar Bisky, sagte am Sonntag in Berlin, das linke Parteiprojekt sei damit auf einem guten Weg. Eine gemeinsame Steuerungsgruppe werde nun über weitere Schritte beraten.

Die Parteigründung ist allerdings beim kleinen Partner umstritten. Die WASG-Landesverbände in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bekräftigten ihre Haltung, bei den Landtagswahlen im Herbst gegen den ausdrücklichen Willen der Bundespartei in Konkurrenz zur Linkspartei zu kandidieren. "Es geht nicht, dass WASG-Mitglieder in Hamburg oder im Saarland darüber entscheiden, wie wir uns bei der Wahl verhalten", sagte der Vorstandssprecher der WASG Mecklenburg-Vorpommern, Karsten Dörre, der dpa. Bei einem Landesparteitag im Mai will die WASG endgültig entscheiden, ob sie im Herbst mit einer eigenen Liste antritt.

Der Berliner WASG-Landesverband wertete das Votum der Urabstimmung als Niederlage für den Bundesvorstand. Tatsächlich sei "nur eine Minderheit" der WASG-Mitglieder für den Kurs einer schnellen Fusion mit der PDS, sagte der Berliner WASG-Sprecher Gerhard Seyfarth am Sonntag. Insgesamt habe weniger als die Hälfte der Mitglieder für die Zusammenlegung gestimmt. "Das Ergebnis ist für uns eine Ermunterung, getrennt bei den Abgeordnetenhaus-Wahlen anzutreten", sagte Seyfarth. (tso/dpa)

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