Wulff: "Die Berichterstattung hat mich verletzt"

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Live-Blog am Tag des Rücktritts : Thomas de Maizière sagt ab - Gauck schweigt
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11:52: Christian Wulff erklärt Fehler gemacht zu haben, sich aber stets rechtlich korrekt verhalten zu haben. Er beklagt die Berichterstattung, wünscht dem Land und seinen Menschen aber alles Gute. Die Erklärung des zurückgetretenen Bundespräsident hier im Wortlaut.

11:46: "CDU, CSU und FDP werden sich jetzt beraten und dann auf die Sozialdemokraten und Bündnis 90/Die Grünen zu gehen, um in dieser Situation einen gemeinsamen Kandidaten vorschlagen zu können."

11:40: Im Netz ist die Debatte um die Nachfolge auch schon in vollem Gang. "Unser Star für Bellevue" wird bereits ausgerufen und auf Twitter diskutiert. Als heiße Jury-Kandidaten werden natürlich Stefan Raab und auch Thomas Gottschalk gehandelt.

Wer könnte Wulff nachfolgen? Eine Bildergalerie:

Wer kann Wulffs Nachfolger werden?
Joachim Gauck: Die SPD spricht sich für ihn aus, ebenso wie die FDP. Die Union will diesen Vorschlag aber nicht akzeptieren.Was für ihn spricht: Der Gegenkandidat Wulffs 2010 war von Rot-Grün vorgeschlagen worden, beeindruckte mit seinem unabhängigen Lebensweg und seiner rhetorischen Kraft aber auch Union und FDP. Der bald 72-jährige Theologe hat bewiesen, dass demokratische Leidenschaft auch ohne Parteizugehörigkeit wirken kann. Was gegen ihn spricht: Wenig. SPD und Grüne würden Gauck trotz seiner kritischen Äußerungen zur bankenkritischen "Occupy"-Bewegung wieder wählen. Union und FDP könnten versucht sein, mit einem eigenen Kandidaten Handlungsfähigkeit zu beweisen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: dpa
19.02.2012 09:12Joachim Gauck: Die SPD spricht sich für ihn aus, ebenso wie die FDP. Die Union will diesen Vorschlag aber nicht akzeptieren.Was...

11:33: Merkel zollt auch dem deutschen Rechtsstaat Respekt, der alle gleich behandele. "Mit seinem Rücktritt stelle Wulff auch seine Überzeugung, rechtlich korrekt gehandelt zu haben, hinter das Amt zurück, und
hinter Dienst an den Menschen. „Ich zolle dieser Haltung ausdrücklich meinen Respekt."

11:31: Angela Merkel: "Mit größtem Respekt und mit tiefen Bedauern zur Kenntnis genommen. Voller Energie für modernes, offenes Deutschland eingesetzt. Er hat uns wichtige Impulse gegeben und klar gemacht, dass dies Stärke dieses Landes in seiner Vielfalt liegt. Er und seine Frau Bettina haben unser Land würdig im In- und Ausland vertreten."

11:30: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich in wenigen Minuten zum Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff äußern.

11:21: Auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremer Gewalt am kommenden Donnerstag wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen. Die Vertretung von Christian Wulff als Bundespräsident wird bis zur Wahl eines neuen Bundespräsidenten der derzeit amtierende Bundesratspräsident sein: CSU-Chef Horst Seehofer.

11:14: Christian Wulff beteuert in seiner Rücktrittserklärung, dass er sich "stets rechtlich korrekt verhalten" habe. "Ich habe Fehler gemacht, aber ich habe mich aufrichtig verhalten."

11:11: Wulff: "Um die gewaltigen nationalen und internationalen Aufgaben widmen zu können, braucht Deutschland einen Bundespräsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird. Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen und damit meine Wirkungsmöglichkeiten nachhaltig beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich sein, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie das notwendig ist. Ich trete deshalb heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück."

11:09: Christian Wulff sagt: "Die Berichterstattung der vergangenen Wochen haben mich und meine Frau verletzt." Er dankt seiner Frau, die bei seiner Rücktrittserklärung neben ihm steht, für ihre Unterstützung. "Ich habe sie als überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und modernen Deutschland wahrgenommen."

11:02: Bundespräsident Christian Wulff hat im Schloss Bellevue seinen Rücktritt erklärt. Er trat mit seiner Frau Bettina vor die Presse. "Es war mir eine Herzensangelegenheit, das Amt des Bundespräsidenten auszuführen." Es sei ihm wichtig gewesen, die innere Integration in Deutschland voranzutreiben und den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken.

10:15: Die Vorbereitungen für eine Nachfolger-Suche laufen bereits. In Koalitionskreisen hieß es am Freitag, die Parteichefs von CDU, CSU und FDP wollten am Samstag in Berlin zu Beratungen zusammenkommen, um über die Situation zu beraten. Es ist davon auszugehen, dass dabei vor allem die Suche nach einem Nachfolger im Mittelpunkt stehen wird. Noch zeichnet sich kein Favorit ab, auch ist noch unklar, ob Schwarz-Gelb trotz knapper Mehrheit in der Bundesversammlung einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken wird, oder ob sie zusammen mit der Opposition einen Nachfolger für Wulff vorschlagen. Die Piratenpartei haben auch schon einen Vorschlag unterbreitet: Kabarettist Georg Schramm. Auf Twitter ist er schon Favorit.

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