Politik : London schickt weitere Jets, ist aber gegen Großinvasion

LONDON/BONN/BELGRAD (rtr/AP).Großbritannien will weitere Kampfjets für die NATO-Luftangriffe bereitstellen.Dies kündigte Verteidigungsminister George Robertson am Montag in London an.In Bonn sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Hans-Peter von Kirchbach, daß die Allianz mit ihren Angriffen auf Jugoslawien etwa 30 Prozent der serbischen Luftabwehr ausgeschaltet habe.Bei den Angriffen in der Nacht zum Montag wurde auch die letzte Donaubrücke von Novi Sad zerstört.

Mit der Verlegung der Kampfjets wolle London, die "serbische Kriegsmaschine 24 Stunden am Tag" angreifen können, betonte Robertson.Der Verteidigungsminister schloß jedoch eine großangelegte NATO-Invasion erneut aus.Die NATO prüfe jedoch, in welcher Weise Bodentruppen zum Einsatz kommen könnten, wenn die Luftangriffe abgeschlossen seien.Die Pläne für Bodentruppen müßten im Licht der neuen Umstände überdacht werden, sagte Robertson.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, von Kirchbach, verwies in Bonn darauf, daß etwa 30 Prozent der Luftabwehr in Serbien ausgeschaltet seien, obwohl die Flüge in den vergangenen Tagen wegen des Wetters schwierig gewesen sind.Außerdem gebe es Anzeichen dafür, daß Serbien seine Luftabwehr wieder verstärke.

Bei den NATO-Luftangriffen in der Nacht zu Montag wurde auch die letzte von drei Donaubrücken in Novi Sad zerstört, wie die Allianz bestätigte.Außerdem sei der Flugplatz von Pristina getroffen worden, hieß es in Brüssel.Die 466 Meter lange Eisenbahn- und Straßenbrücke in Novi Sad, die bereits bei vorangegangenen Angriffen beschädigt worden war, stürzte nach Angaben von Tanjug nach mehreren Treffern ein.Nach Anwohner-Angaben wurden auch Wohnhäuser beschädigt.Außerdem seien ein Treibstoffdepot in Valjevo sowie ein Militärflughafen in Sombor getroffen worden.Am Sonntag hatte die NATO auch erneut eine das serbische Staatsfernsehen RTS angegriffen, woraufhin der Betrieb kurzzeitig eingestellt werden mußte.Am Montag wurden sechs RTS-Mitarbeiter beigesetzt, die beim NATO-Angriff am Freitag getötet worden waren.

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